Gastronomie

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Gastronomie

Die Gastronomie der Insel ist einer der Aspekte unserer Kultur, der den Besuchern normalerweise am wenigsten bekannt ist. Sie ist jedoch sehr interessant, und kann denjenigen, die im Urlaub auf ihre gewöhnliche Diät oder die Angebote der Restaurants mit internationaler Küche verzichten, so manch eine angenehme Überraschung bereiten. Die kanarische Küche ist sehr einfach, aber zugleich sehr weise und reich an echten Geschmäckern. Das Klima - die verschiedenen Mikroklimas - und die Ausnutzung der eigenen, gängigen Produkte liegen den traditionellen Rezepten der Gastronomie auf dem Archipel zugrunde.

Gastronomieplan von Teneriffa

Das Fremdenverkehrsamt der Inselregierung von Teneriffa hob in der Mitte des Jahres 2000 den Gastronomieplan der Insel Teneriffa aus der Taufe. Es handelt sich um eine ganz neue Initiative, die die Zielsetzungen verfolgt, die heimische Küche und die Gaststätten Teneriffas als touristische Reize erster Ordnung zu fördern, im Bereich des Möglichen, die kulturellen Identitätszeichen unserer heimischen Küche wiederzubeleben, die Branche mittels Maßnahmen, Information und Hilfestellungen zu verbessern, sowie den Kauf unserer heimischen Produkte, sei es in den Gaststätten wie auch unter der ansässigen Inselbevölkerung, zu fördern. Hierzu unterstützt der Plan die Rückkehr zu gesünderen Ernährungsgewohnheiten und trägt zu Erhalt und Wachstum des Sektors auf der Insel bei.

Teneriffas Erzeugnisse

Die bevorzugte geographische Lage von Teneriffa zwischen Europa, Amerika und Afrika, zusammen mit den besonderen Umwelt- und klimatischen Bedingungen der Insel bieten die nötigen Voraussetzungen dafür, hier eine große Vielfalt an landwirtschaftlichen Nahrungsmittelprodukten mit einzigartigen Eigenschaften anzubauen. Die starke soziokulturelle Verwurzelung der landwirschaftlichen Tätigkeit ihrerseits zusammen mit der Kombination von traditioneller handwerklicher Bearbeitung mit neuen Produktionsmethoden bieten uns einige Produkte von hoher Qualität, die in manchen Fällen einzigartig sind. International anerkannte Weine, vorzügliche Käsesorten, einzigartige Honigsorten, die traditionelleren Konditoreiwaren, sowie Produkte, die in der Kultur von Teneriffa so verwurzelt sind, wie etwa der Gofio, Mojo (eine scharfe Sauce) und die Vielzahl an Kartoffelsorten zeugen von der Echtheit und Vielfalt der Produkte unserer Erde, die Sie auf La Despensa von Teneriffa finden können.

Der Fisch

Der Fisch hier hat einen ausgezeichneten Geschmack, und er steht den berühmten Erzeugnissen kantabrischer Herkunft nicht im geringsten nach, wie es der Kritiker Xabier Domingo so oft bezeugte. Meist wird er einfach gekocht oder "sancochado", wie es hier heißt - zubereitet, und mit Öl, Essig und rotem scharfem Pfeffer angemacht, oder auch in Begleitung des Mojo serviert. Der Mojo ist eine Sauce, die auf unterschiedliche Arten präpariert wird, und die auf den gut gerichteten Tischen der Inseln nie fehlen darf. Sie kann grün sein, und Koriander enthalten, oder rot, und wird dann auch Mojo Picón (scharfer Mojo) genannt. Der vortrefflichste Fisch, derjenige, den die Kanarier selbst am meisten schätzen, ist der Seepapagei, mit seinem sehr weißen delikaten Fleisch. Aber andere Arten sind ebenfalls empfehlenswert, wie etwa Meerbrasse, Rotbrasse, Goldstrieme, usw. Thunfische sind in den Gewässern des Archipels in Mengen zu finden; sie sind äußerst schmackhaft, und werden gebraten, gegrillt oder mariniert gereicht. Außerdem sind die Makrele, die Sardine und ganz besonders der Stöcker zu nennen; der Name dieses letzten, "Chicharro", wird auf die Hauptstadt der Insel und sogar auf ganz Teneriffa angewandt, und so sind die Bewohner Teneriffas auch als Chicharrreros bekannt. Es gibt ein weiteres Lebewesen aus dem Meer, das man unbedingt probieren sollte: die Muräne, die, knusprig gebraten, das Lieblingsgericht der römischen Kaiser darstellte, und die, unverständlicherweise, bei den großen zeitgenössischen Gourmets in Vergessenheit geraten ist. In den feuchteren und frischeren Zonen der Insel ist es angenehm, einen Fischtopf zu verzehren mit Wrackbarsch oder Zackenbarsch, der von einem "Escaldón de Gofio" begleitet wird: das ist gemahlenes und geröstetes Maismehl, das mit der Brühe des Gerichts vermengt wird.

Das Fleisch

Was das Fleisch betrifft, so ist ein Gericht hervorzuheben, das Fleisch für Feste genannt wird, und aus gepökelten Schweinestücken besteht. Seine Bezeichnung ist darauf zurückzuführen, dass es auf diese Art typischerweise bei Volksfesten zubereitet wird, und dann während der Bälle und Patronatsfeste an Ständen und in Bars angeboten wird. Zu nennen sind auch das Zicklein, in seinen diversen Varianten, und das Kaninchen in Beize, das, wie übrigens die meisten Fischsorten, von den gerunzelten Kartoffeln begleitet wird. Es handelt sich um eine originelle Art, die Kartoffeln zu kochen, und zwar ungeschält, mit sehr viel Salz; so bewahren die Varianten der Inseln, die mit denen anderer Gebiete schwer zu vergleichen sind, ihren vollen Geschmack. Es gibt Kartoffeln vielerlei Größen, Texturen und Farben, die beliebtesten sind jedoch die sogenannten bonitas (hübsche), und vor allem die negras (schwarze), die klein sind, außen sehr dunkel und innen gelb, butterartig und außerordentlich schmackhaft.

Die Süßspeisen

Es existiert ein großer und vielfältiger Reichtum an kanarischen Süßspeisen, möglicherweise weil diese das letzte und beliebteste Kapitel eines guten Essens bilden. "Huevos moles", "Bienmesabe" und "Leche asada" sind nur einige der begehrtesten Elemente dieser Facette der traditionellen Küche auf Teneriffa. Zahlreichen dieser Nachspeisen kann man einen Schuß Palmenhonig hinzufügen; dies ist ein süßes Produkt, das aus La Gomera kommt, und gewonnen wird durch Kochen des Saftes, der aus dem höchsten und am schwersten zu erreichenden Teil der Palme stammt.

Der Käse

Der zarte Ziegenkäse wird in der Regel als Vorspeise, vor dem Hauptgericht, gereicht. Der kanarische Käse ist dabei, seinen früheren Ruhm zurück zu erlangen, und so wurde er bei den letzten internationalen Ausstellungen von Milchprodukten mit mehreren wichtigen Preisen ausgezeichnet. Im vergangenen Jahrhundert und bis zur Mitte von diesem, als es hier noch viele Rinder gab, kam es oft vor, dass der Käse gewisse Mengen Milch von Kühen, neben der von Ziegen und Schafen, enthielt. Derzeit jedoch ist der Käse vor allem aus Ziegenmilch, entweder ausschließlich oder mit etwas Schafsmilch, deren Fettgehalt ihn cremiger werden läßt; nur manchmal enthält er auch ein bisschen Kuhmilch. Man kann ihn zwar reifen lassen und manchmal wird er geräuchert, aber meist wird er frisch verzehrt. Sein Geschmack ist angenehm und mild, und ganz anders als derjenige der Hunderte von europäischen Sorten von Ziegenkäse.

Die Mojos

Mojo, ein Wort, das wahrscheinlich portugiesischen Ursprungs ist, ist die kanarische Bezeichnung für die typischen Saucen. Allerdings werden nicht alle von ihnen Mojo genannt, sondern nur diejenigen, die wirklich von den Inseln stammen und für sie charakteristisch sind; so gibt es auch kein Mayonnaisenmojo, sondern eine Mayonnaisensauce, aber wohl eine Koriandermojo. Die bekanntesten Mojos sind der mit Koriander, den manche den grünen nennen, wenn auch dieser Name eigentlich dem mit Petersilie vorbehalten werden sollte, der rote, mit viel Paprika, und der scharfe mit rotem scharfem Pfeffer. Aber es gibt sehr viel mehr Varianten, unter anderem mit Safran, Käse und Mandeln.

Der Gofio

Der kanarische Gofio wird aus den Körner von verschiedenen Getreidearten gewonnen, die geröstet und gemahlen werden; so entsteht ein sehr feines Vollkornmehl. Auf Teneriffa wird es meist aus Weizen hergestellt, aber es gibt es ebenfalls aus Mais, und, wenn auch sehr selten, aus Kichererbsen. Es wird außerdem Gofio aus einer Mischung von Weizen und Mais konsumiert. Der Gofio stellte zu prähispanischen Zeiten ein grundlegendes Element der Ernährung der Guanchen dar, die zu seiner Herstellung Steinmühlen benutzten. Heutzutage wird er als Beilage zu verschiedenen Gerichten verwendet, und man nimmt ihn sogar für neue Kreationen von Süß- und Eiswaren, und zwar mit großem Erfolg. In Epochen, wo ein Mangel an Lebensmitteln herrschte, stellte er eine unabdingbare Ressource dar, und er wurde auch von den kanarischen Auswanderern mit nach Amerika genommen. 1990 wurde die "Vereinigung der Gofio-Produzenten der Kanarischen Inseln" gegründet; sie hat es erreicht, dass dieses Nahrungsmittel, dem heutzutage sehr positive Eigenschaften zuerkannt werden, die Spezialbezeichnung "Kanarischer Gofio" tragen darf.

Der Honig

Das Klima und die Oberflächengestalt Teneriffas verleihen der Flora der Insel ganz besondere Eigenschaften. Diese Blütenkombinationen sowie die botanischen Endemiten erklären die Vielfalt und Originalität der Honige Teneriffas. Die Honige von Teneriffa werden in etwa 10000 beweglichen Bienenständen gewonnen, die über die gesamte Insel verteilt sind. Über 500 Imker widmen sich mit viel Hingabe und Sorgfalt nach traditionellen Methoden und in Kleinbetrieben diesem Beruf. Die heimischen Bienen Teneriffas sind schwarz. Sie erzeugen im Jahresmittel etwa 150.000 Kilogramm Honig, was 50% der gesamten Jahresproduktion auf den Kanaren entspricht. Der Transport der Bienenstände zu den jeweiligen, blühenden Pflanzengemeinschaften gestattet die Erzeugung von Honigen mit ganz besonderen Eigenschaften, die im Vergleich zu Produkten anderer Herstellungszonen einen unüblichen Geschmacks- und Farbreichtum innehaben. Die Farbskala der Inselhonige reichen von hellen Tönungen und weniger intensiven Geschmacksrichtungen der Ginster- und Natternkopfhonige bis zur dunklen Färbung und starkem Geschmack der Bananen- und Avocadohonige. Dazwischen liegen alle Farbschattierungen von Bernstein und Gold. Auf Teneriffa werden exquisite "Mehrblüten- oder sogenannte "Tausendblütenhonige" mit ganz besonderen Eigenschaften erzeugt. Sie sind Ergebnis einer Vielzahl unterschiedlicher Blütenkombinationen, da keine bestimmte botanische Spezies vorherrschend ist. Die Honige Teneriffas werden nach der Höhenlage unterschieden, wo sie produziert werden. So differenziert man zwischen Berg-, Wald- und Küstenhonigen. Berghonige Berghonige werden in Höhenlagen von über 1200 m über dem Meeresspiegel gewonnen, vor allem innerhalb des Nationalparks Las Cañadas del Teide. Nektarspender sind die Blüten von Ginster, Natternkopf und Gliedkraut. Unter ihnen gilt es insbesondere den Teide-Ginsterhonig hervorzuheben, der auf über 1500 m Höhe gewonnen wird. Waldhonige Waldhonige werden in Bienenständen in Höhenlagen von zwischen 400 und 1200 m erzeugt. Unter ihnen ragen besonders die Vielblüten-, Kastanienblüten-, Baumheiden- und Natternkopfhonige heraus. Ihr Geschmack ist intensiver, wenn die Baumheide-, Fenchel oder Kastanienblüten dominieren, etwas milder und aromatisch, wenn Oregano, Eukalyptus oder Zwergginster vorherrschend sind. Küstenhonige Bei diesen, in Tiefenstufen von unter 450 m gewonnenen Honigen sind u.a. die Blüten von Orangen, Balo, Avocado, Banane vorherrschend. Unter diesen Honigen stechen die Avocado- und Bananenhonige besonders hervor.

Auf Teneriffa werden auch exklusive "Einblütenhonige" erzeugt, die nur von einer Pflanzenspezies oder einer sehr begrenzten Anzahl von Arten stammen.

Teide-Ginster-Honig Dieser Honig wird auf über 1500 m Höhe zwischen Frühjahr und Sommer innerhalb des Teide-Nationalparks gewonnen. Er stellt die älteste und traditionellste Honigsorte Teneriffas dar, besitzt eine sehr helle Bernsteinfärbung und eignet sich wegen seines milden Geschmacks besonders zum Süßen von Tee und als Aufstrich zum Frühstück. Natternkopfhonig Die Blüten der verschiedenen Natternkopfarten der Insel, vor allem die der Bergregionen Arafos und Aricos, bringen diesen Honig hervor. Er besitzt eine sehr helle Färbung und seiner milder Geschmack mit Blütenaroma macht ihn geeignet zur Begleitung von Lebensmitteln, deren Geschmack nicht überdeckt werden soll. Avocado-Bananenhonig Dieser in den tiefer gelegenen Zonen der Insel im Frühling gewonnene Honig zeigt eine dunkle, fast schwarze Färbung mit einem charakteristischen intensiven Aroma, das an Karamell und reife Früchte erinnert. Auf Grund seiner intensiven Farbgebung und Aroma wurde er traditionell zur Vermengung mit Gofio und Trockenfrüchten verwendet, wodurch man die exquisiten "Pellas", Gofiolaiber, erhielt. Kastanienblütenhonig Es ist ein Sommer-Herbsthonig, der gewonnen wird, wenn die Kastanien in den Bergen des Inselnordens, von Arafo und Candelaria in Blüte stehen. Er hat eine sehr dunkle bernsteinfarbene Tönung und besticht durch seine große Intensität und Dauerhaftigkeit des Aromas. Er eignet sich hervorragend zur Begleitung von Desserts, Vermischen mit Gofio oder als Zutat bei der Zubereitung von Fleisch und Geflügel. Heideblütenhonig Der Honig wird in den Anfangszonen der Bergwälder gewonnen, wo Baumheiden, Thymian, Oregano und Kanaren-Stechpalme vorherrschen. Der Honig wird nur in geringen Mengen erzeugt, hat eine mittlere Bernsteinfärbung, besitzt ein mittelintensives Aroma und intensive adstringierende Beschaffenheit.

"Haus des Honigs" und "Besucherzentrum"

Das 1996 von der Inselregierung eingerichtete Haus des Honigs steht in dem oberen Winkel des Grundstücks La Baranda, wo sich auch das Haus des Weines befindet (El Sauzal). In diesem Zentrum sind alle Bemühungen darauf ausgerichtet, die Imkerei auf der Insel zu fördern und auszubauen, sowie die Qualität der Honige der Insel zu verbessern. In seinen Räumen werden Abnahme, Analyse, Verpackung und Wiedergewinnung sowie Wachswalzen vorgenommen. Die Bienenzüchter können technische Beratung einholen, sich über sanitäre Handhabungen informieren und an Weiterbildungen teilnehmen. Das Haus des Honigs der Inselregierung von Teneriffa garantiert nach der Durchführung von Analysen und Kontrollmaßnahmen die Herkunft, Originalität und Qualität der Honige und verleiht das Qualitätssiegel "Miel de Tenerife" - Honig von Teneriffa. Tel.: 922 562 711 - Fax 922 561 806 E-Mail: casamiel@cabtfe.es Webseite: www.casadelamiel.org

Das dem Haus des Honigs angeschlossene Besucherzentrum wurde im November 2003 mit dem Ziel eröffnet, die Imkerei auf Teneriffa und die Honigproduktion zu fördern und in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Auf 130 Quadratmetern Ausstellungsfläche bietet das kostenlos zugängliche Besucherzentrum Gelegenheit, Kenntnisse über die Tätigkeiten des Hauses des Honigs, das Qualitätssiegel "Honig von Teneriffa", den Bienenstand, die Waben und die Bienen, das Leben der Bienenvölker, die unterschiedlichen Honigsorten, das Kochen mit Honig, die Pflanzen und Blüten, die Verarbeitung des Honigs und des Wachses zu vertiefen. Öffnungszeiten: Dienstags bis samstags von 10:00 bis 22:00 Uhr. Sonntags und feiertags von 11:00 bis 18:00 Uhr. Montags geschlossen.

Das Qualitätssiegel "Honig von Teneriffa"

Das Qualitätssiegel mit seiner Grafik, die die Imkerei im Teide-Nationalpark zeigt, garantiert, dass das abgefüllte Honig auf der Insel hergestellt, mit angemessenen Mittel und Techniken verarbeitet wurde, sowie die vom Labor und Prüfungsausschuss des Hauses des Honigs durchgeführten, sehr strengen Maßstäbe der Qualitäts- und Geschmackskontrollen erfüllt. Gleichfalls wird mit dem Etikett die Garantie gegeben, dass die Honige ihre ursprünglichen Charakteristiken und Eigenschaften, die die Blüten und Bienen Teneriffas ihnen verliehen haben, intakt erhalten.

Der Wein

Die Weinberge auf den Kanarischen Inseln, und besonders auf Teneriffa, gehen zurück auf die Epoche der Eroberung durch die Krone von Kastilien. Die Rebsorten, welche die Kolonisatoren selbst herbrachten, waren weiß und dazu geeignet, Weine mit hohem Alkoholgrad zu produzieren, so dass sie leicht konserviert werden konnten. Die Variante, die Weine geringerer Qualität hervorbrachten, wurden "Vidueños" genannt, während unter den erlesenen Arten ganz besonders der Malvasier, der aus Griechenland stammte, hervorzuheben ist. Der Wein, der mit dieser Sorte hergestellt wurde, galt früher als der beste auf der ganzen Welt, und er war sowohl an den europäischen Königshöfen wie auch in den bestbestückten Kellern des Alten und des Neuen Kontinents zu finden; die Bezeichnungen oder bezeugten in dieser Hinsicht den Ursprung und eine typische Weinsorte von den Kanarischen Inseln. Im 16. und 17. Jahrhundert spielten Wein und Reben eine grundlegende Rolle in der Wirtschaft und der Gesellschaft von Teneriffa, und den Höhepunkt in diesem Sinn erreichten sie während der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, infolge der Zuckerkrise. Unter den zahlreichen Referenzen, die Historiker und Schriftsteller jener Zeit von dem Wein machen, nehmen die von Sir William Shakespeare eine ganz besondere Stellung ein; sie erscheinen in seinen literarischen Charakteren und Beschreibungen, hauptsächlich in Falstaff, den er "das Fass der Kanarischen Inseln" nennt. Auch bei Sir Walter Scott wird dieser Wein erwähnt, und zwar in seinem Werk "Ivanhoe". Im Stück von Shakespeare "Heinrich IV." (2. Teil, Akt II, Szene IV), sind folgende Worte von Mistress Quickly (der englischen Heiratsvermittlerin) an Doll Tearsheet zu lesen: "But, i´faith you have drunk too much canaries and that´s a marvellous searching wine, and it perfumes the bood ere one can say: What´s this?" Weitere Referenzen des gleichen Autors sind in den Stücken "Die Lustigen Weiber von Windsor" und "Twelfth-Night" zu finden, wo Sir Tobias Sir Andres Aguecheek fragt :"O Knigh! Thou lackest a cup of canary?.." Die englischen Schiffahrtsgesetze der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der englische Schutz hinsichtlich der portugiesischen Weine, und der spanische Nachfolgekrieg zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten negative Folgen für den Außenhandel des Malvasierweins, so dass in diesem Bereich große Verluste im Vergleich zur vorhergehenden Etappe zu verzeichnen waren. Die Antwort seitens der kanarischen Weinhändler auf diese Krise war die Ausfuhr von Weinen geringerer Qualität und "falschen Madeiras". Sie nutzen dabei die Tatsache aus, dass jener Wein damals große Mode war, und so führten ihre Produkte als solchen in England und im englischen Amerika ein. Aus diesem Grunde kamen im 18. Jahrhundert rote Reben auf die Kanarischen Inseln, die nötig waren, um diesen Wein zu erzeugen. Nun, lange Zeit nach dieser Serie von historischen und wirtschaftlichen Schicksalsschlägen, fordern die Weine Teneriffas erneut die ihnen gebührende Stellung, und sie erweisen sich als die besten, um die Gerichte der kanarischen Küche zu begleiten. Derzeit gibt es auf Teneriffa ausgezeichnete junge Rotweine sowie andere Weine, die durch fünf Ursprungsbezeichnungen geschützt sind, die ihrem jeweiligen Anbaugebiet entsprechen. Bei dem "XII. Nationalen Wettbewerb für Junge Weine" (Jahrgang 97) wurden der Bezirkskellerei Tacoronte-Acentejo "Bodegas Insulares de Tenerife, S,A," von der "Unión Española de Catadores" (U.E.C. - Spanische Vereinigung der Weinprüfer) folgende Auszeichnungen verliehen: Goldener Bacchus 1998 (1. Preis) für den Rotwein "Viña Norte Mazeration". Goldener Bacchus 1998 (1. Preis) für den Rotwein "Viña Norte Mazeration im Fass". Silberner Bacchus 1998 (2. Preis) für den Viña Norte Rosé. Bei dem gleichen Wettbewerb erhielt die Bezirkskellerei des Orotavatals den Preis: Silberner Bacchus (2. Preis) für den Weißwein "Valleoro Tradition, im Fass gegärter Weißwein. Weinmuseum der Insel Dieses traditionelle kanarische Haus steht im Norden von Teneriffa; dort befindet sich das Haus des Weines "La Baranda". Es bietet dem Besucher die Gelegenheit, die Schätze und den Reichtum der Insel auf dem Gebiet des Weinanbaus näher kennenzulernen, und zwar an einem wunderbaren Ort mit herrlichen Ausblicken auf das Meer und den Teide. WEINBERGE UND –SORTEN Die hohe Qualität der von den Kolonisatoren eingeführten Reben, zusammen mit dem Ausbleiben der Reblausplage, welche die Weinberge Europas zerstörte, ermöglichten hier die Erstellung eines ausgezeichneten Weinreservats. Die Weinberge liegen in einer Höhe von 50 bis 1600 Metern über dem Meeresspiegel. Die weitverbreitetsten einheimischen Varianten sind die Listán Negra, die dem Wein reiche primäre Geschmacksnoten verleiht, die Negramoll, die trockene, leichte, milde und abgerundete Weine hervorbringt, und die Listán Blanco, die gut mit den beiden anderen harmonisiert. In geringerem Umfang werden auch Sorten wie Malvasier, Gual, Tintillo, Forastera und Muskateller angebaut. Zur Produktion von Weinen, die mindestens 2 oder 3 Jahre lang gealtert sind, sind die lokalen Sorten nicht unbedingt hundertprozentig geeignet. Nur 9 von den 106 Kellereien, die auf Teneriffa in Betrieb sind, erzeugen über 100.000 Liter Wein. Auf Teneriffa gibt es fünf Bezirke, wo Weine produziert werden, die eine Ursprungsbezeichnung tragen, und die Gesamtfläche an Weinbergen auf der Insel beläuft sich auf 8.177 Hektar.

URSPRUNGSBEZEICHNUNG "TACORONTE - ACENTEJO" Dies ist der größte und dichteste Bezirk der Kanarischen Inseln, mit seinen 2.422 Hektar kultivierter Fläche (von denen 980 im Regulierungsrat eingetragen sind), in einer Höhe zwischen 50 und 850 Metern. Er umfaßt die Weinberge der Gemeinden Tegueste, Tacoronte, El Sauzal, La Victoria, La Matanza, Santa Úrsula und der Ortschaften Guamasa, Tejina und Valle Guerra. Diese Gegend war die erste auf den Kanarischen Inseln, für welche die "Ursprungsbezeichnung" bewilligt wurde, die von der Autonomen Regierung mittels Verordnung des 22.1.92 und von dem Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung mittels Verordnung des 7.9.92 anerkannt wurde. Consejo Regulador "Casa del Viticultor" (Regulierungsrat) Ctra. Gral. del Norte, 97 Tel. 922 560 107 - Fax: 922 561 155 38350 Tacoronte (Teneriffa) E-Mail: consejo@tacovin.com Web site: www.tacovin.com

URSPRUNGSBEZEICHNUNG "VALLE DE LA OROTAVA" Der Bezirk weist 926 Hektar angebautes Gebiet auf (von denen 430 im Regulierungsrat eingetragen sind), in einer Höhe zwischen 275 und 675 Metern. Er umfaßt die Weinberge der Gemeinden La Orotava und Los Realejos. Consejo Regulador (Regulierungsrat) C.R.D.O. Valle de La Orotava Parque Recreativo El Bosquito, nº1. Urb. La Marzagana II 38315 La Perdoma - La Orotava Tel. 922 30 99 22 / 23 - Fax: 922 30 99 24 E-mail: info@dovalleorotava.com Web: www.dovalleorotava.com

URSPRUNGSBEZEICHNUNG "YCODEN – DAUTE - ISORA" Der Bezirk weist 1003 Hektar angebautes Gebiet auf (von denen 560 im Regulierungsrat eingetragen sind), in einer Höhe zwischen 75 und 675 Metern. Er umfaßt die Gemeinden San Juan de La Rambla, La Guancha, Icod de Los Vinos, Garachico, Los Silos, Buenavista del Norte, El Tanque, Santiago del Teide und Guía de Isora. Consejo Regulador (Regulierungsrat) C/ La Palmita, 10 Tel: 922 130 246; Fax: 922 828 159 38440 La Guancha (Teneriffa) E-mail:ycoden@ycoden.com Web site: www.ycoden.com

URSPRUNGSBEZEICHNUNG "ABONA" Der Bezirk weist 1995 Hektar angebautes Gebiet auf (von denen 714 im Regulierungsrat eingetragen sind), in einer Höhe zwischen 210 und 1780 Metern. Er umfaßt die Weinberge von Fasnia, Arico, San Miguel, Granadilla de Abona, Adeje, Arona und Vilaflor. Consejo Regulador (Regulierungsrat) C/ Martín Rodríguez, 9 Tel: 922 164 241 38588 Porís de Abona (Arico) E-mail:crdoabona@worldonline.es Cooperativa Vinícola "Cumbres de Abona" (Weingenossenschaft) Tel: 922 768 604 - Fax: 922 768 234

URSPRUNGSBEZEICHNUNG "VALLE DE GÜIMAR" Der Bezirk weist 1468 Hektar angebautes Gebiet auf (von denen 400 im Regulierungsrat eingetragen sind), in einer Höhe zwischen 175 und 1400 Metern. Er umfaßt die Weinberge von Arafo, Candelaria und Güimar. Consejo Regulador (Regulierungsrat) Plaza del Ayuntamiento 38500 Güimar (Teneriffa) Tel. 922 51 47 09 - Fax: 922 51 44 85 Email: consejo@vinosvalleguimar.com Web: www.vinosvalleguimar.com

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