Geographie und Vulkanismus
Aus Teneriffa
Der kanarische Vulkanismus gehört der alkalischen Serie an, und seine Materialien weisen vorwiegend Basalt mit dieser Zusammensetzung auf, obwohl damals auch eine ganze Reihe verschiedenartiger Felsen ausgestoßen wurden, die aus dem ursprünglichen Basaltmagma herstammten. Als Ergebnis der gesamten Entwicklung sind Elemente wie Trachyten und Phonolithen zu finden, die auf der Insel Teneriffa besonders zahlreich vorhanden sind. Eines der Hauptmerkmale des Magmas ist seine Viskosität. So sind die Basalteruptionen flüssiger und ihre Lava legt weite Strecken zurück, während die Gase ständig von der Stelle des Ausbruchs aufsteigen. Das stärker entwickelte Magma - Trachyten - hingegen ist zäher und seine Lava fließt nicht sehr weit, sondern sammelt sich eher in Form von umfangreichen Massen in der Nähe des Ausbruchsschlots an; darunter konzentrieren sich die Gase, die, in einem gewissen Moment, auf äußerst gewaltsame und gefahrbringende Weise ausgestoßen werden.
Historische Ausbrüche auf Teneriffa
Zu der Geschichte des Vulkanismus auf Teneriffa gehören auch die Orte, von denen historisch bekannt ist, dass sich dort Ausbrüche ereigneten. Die Guanchen, die ersten Siedler der Insel, waren sicherlich bereits Zeugen von anderen Eruptionen, die aber nicht als historisch gelten, da nur diejenigen als solche angesehen werden, über die es schriftliche Aufzeichnungen gibt. Ausbrüche in den Jahren 1704-1705: Diese Eruption, ein typischer Spaltenausbruch, erfolgte über drei klar zu unterscheidenden Emissionszentren: Siete Fuetes, Fasnia und Berg von Las Arenas, die entlang einer etwa 13 Kilometer langen Fraktur lagen. Ausbruch von Garachico (1706): Am 5. Mai 1706 begann ungefähr 8 Kilometer südlich des Ortes Garachico die Eruption von Montaña Negra, die neun Tage lang anhielt. Das ist der einzige aller historischen Ausbrüche auf Teneriffa, der nur einen Schlot aufwies, und zudem der einzige, bei dem beträchtliche Materialschäden entstanden. Ausbruch von Chahorra (1798): Es handelt sich um den letzten, der sich zu historischer Zeit innerhalb der derzeitigen Grenzen des Nationalparks des Teide ereignete. Die Eruption fand am 9. Juni 1798 an den Hängen des Pico Viejo statt, und endete am 8. September des gleichen Jahres. Es war die längste, die in historischer Zeit auf Teneriffa zu verzeichnen war. Ausbruch von Chinyero (1909): Die letzte Eruption, die auf Teneriffa erfolgte, ist die des Vulkans Chinyero; sie begann am 18. November 1909, und dauert 10 Tage lang. Die neun Schlote, die anfangs erschienen, reduzierten sich später auf drei Hauptschlote.
Das älteste Gestein, das auf Teneriffa hervortritt, scheint etwa sieben Millionen Jahre alt zu sein. Es sammelten sich Elemente submariner Eruptionen, die zuvor stattgefunden hatten, in dem Substrat der Insel an, das dann allmählich in der Zone von Teno (derzeitige nordwestliche Spitze) aus dem Meer hervorragte, und auch in der Basis von Anaga, im Nordosten . Was heute noch von jener Etappe zu sehen ist, ist zwischen sieben und drei Millionen Jahre alt. Diese Elemente stammen vom Spaltenvulkanismus, und es sind davon nur die Reste von drei großen Gefügen übriggeblieben: Teno, Anaga und Adeje, die möglicherweise miteinander verbunden waren, und die natürlich damals weiter ausgedehnt und höher waren, als sie es heutzutage sind. Diese Gefüge sind dadurch gekennzeichnet, dass ihre Emissionszentren entlang großer Frakturen aneinandergereiht lagen; das hat dazu geführt, dass die vom Vulkan ausgestoßenen Produkte sich in der Form eines Daches angehäuft haben, dessen Giebel auch heute noch die Linie der Bergspitzen bildet. Dieser erste Zyklus von Eruptionen endete mit Emissionen von Trachyten, die heutzutage die meisten Kämme von Anaga bedecken.
Seit drei Millionen Jahren hat sich die größte Vulkanaktivität hauptsächlich zu den mittleren Zonen der Insel hin verlagert. Es sieht so aus, als hätte sich zuerst ein großer mittlerer Bergrat gebildet, an dessen Seiten sich lokal Lava in höheren Konzentrationen in der Form von Spitzen ansammelte, zwischen denen breite "Täler" lagen, wie die von La Orotava und Güimar. Dieser Vulkanismus war weiterhin ein Spaltenvulkanismus, und sein Material besteht, wie bei den alten Gefügen, vorwiegend aus Basalt. Höhepunkt dieser Etappe ist die Bildung einer großen zentralen Kuppel, die sich von den früheren linearen Gefügen nicht nur durch seine Gestalt sondern auch durch die Zusammensetzung seiner Materialien abhebt, denn es sind dort vor allem Trachyten und Phonolithen zu verzeichnen. Am Ende dieser Phase fiel das große zentrale Gefüge der Insel teilweise zusammen, und seine Spitze bildete, beim Einbrechen, einen Kessel, der zu den beeindruckendsten auf der Welt zählt: den Krater von Las Cañadas. Die südliche Wand dieser elliptischen Senke erhebt sich weiterhin steil über dem Grund, und ihre längste Achse erreicht 17 Kilometer. Noch heutzutage ist die Entstehung des Kessels von Las Cañadas Grund zur Kontroverse unter den Geologen, und es sind unterschiedliche Hypothesen diesbezüglich im Umlauf, wie etwa die der Explosion, der Erosion, des Einsturzes und umfangreicher Erdrutsche. Die bis Anfang der neunziger Jahre meist akzeptierte These ist die des Einbruchs als Hauptursache für diese Formation. Demnach handelt es sich um einen Krater mit zwei Unterkratern, einen auf der östlichen und einen auf der westlichen Seite, die durch die Roques de García getrennt sind, und durch Einstürze und Zusammenbrüche entstanden; an der nördlichen Seite des Kraters von Las Cañadas bildete sich dann später das heutige Gefüge des beeindruckenden Stratovulkans Teide – Pico Viejo. Dieser Stratovulkan und der Krater stellen die beiden Hauptstrukturen des Nationalparks dar. In den letzten Jahren vorgenommene Forschungen über den Untergrund der Insel und Studien des Meeresgrundes und submarinen Reliefs haben jedoch die Hypothese untermauert, die der Geologe und Geograph Telesforo Bravo, aus Teneriffa, bereits seit 1962 vorgebracht hatte: sowohl Las Cañadas del Teide wie auch die Täler von La Orotava und Güimar sind Senken, die infolge von durch die Gravitation bewirkte Abrutsche von über 100 Kubikkilometern eines Teils der Insel entstanden. Die vorgenommenen Datierungen geben an, dass die Episode des Tals von Güimar vor 0,8 Millionen Jahren stattfand, die des Orotavatals vor 0,5 Millionen Jahren und die von Las Cañadas vor 0,17 Millionen Jahren.
Die abschließende Etappe umfaßt die letzte halbe Million von Jahren. Sie kennzeichnet sich durch einen neuen Typ von Vulkanismus. Einerseits entsteht der riesige Stratovulkan von Pico Viejo und Pico Teide, innerhalb des Kraters von Las Cañadas, während auf der restliche Insel zahlreiche Emissionszentren erscheinen, deren Ausstöße fast alles vorher Existierende bedecken, und dem Meer neuen Boden abgewinnen. Zu der Zeit wird das heutige Relief gebildet, bei dem die meisten dieser kleinen Vulkane mit ihren noch gut erhaltenen Kegeln hervorragen.
