Geschichte

Aus Teneriffa

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Vor der Eroberung der Insel

Die prähispanische Bevolkerung La Palmas nannten ihre Insel Benahoare. Sie hatten sie in zwölf cantones aufgeteilt, die jeweils von einem Anführer regiert wurden. Die Eroberung der Kanaren begann 1402 und war 1496 abgeschlossen. Die Kastilier brauchten also fast ein Jahrhundert um die Kanaren der kastilischen Krone zu unterwerfen. Zunächst, wurden Lanzarote, Fuerteventura, El Hierro und La Gomera erobert und, danach, Gran Canaria, La Palma und Teneriffa.


15. Jahrhundert: Die Zeit der Eroberung der Insel

Die Benahoariten leisteten den spanischen Erobern wenig Widerstand. Eine Ausnahme bildeten die im Kanton Aceró (der heutige, Caldera de Taburiente). Ansässigen Benahoaritas. Unter Tanausú schlugen sie alle Angriffe der Kastilier zurück. Fernandez de Lugo sah keine andere Möglichkeit als den Verrat. Er bat Juan de Palma, ein Familienmitglied Tanausus, dem Mencey (Stammesfürst) die freudige Nachricht zu überbringen: er wolle den Frieden. Als daraufhin Tanausú und seine Männer Aceró beim Adamancasis-Pass verliessen, gerieten sie im Gebiet der heutigen "Cumbrecita" in einen Hinterhalt und wurden in "El Riachuelo" gefangen genommen. Nachdem die Eroberung der Insel erfolgreich abgeschlossen und La Palma von der kastilischen Krone anektiert war liessen sich zahlreiche Siedler aus Kastilien, Katalunien, Mallorca, den damaligen spanischen Niederlanden Italien, Portugal u.a. nieder.


16.Jahrhundert: die Entwicklung der Insel

Im 16.Jahrhundert erlebte La Palma einen gewaltigen Aufschwung. Erste Zuckerrohrplantagen wurden im unteren Teil des Aridanetals und in San Andrés y Sauces angelegt. U.a. Zucker, Hönig und der von William Schakespeare, und anderen Schrifstellern gepriesene Malvasierwein wurden exportiert. Dieser erfolgreicher Handel förderte den Schiffsverkehr mit Europa und Amerika ausserordentlich, und die ersten Schiffswerften liessen sich in S/C de la Palma nieder. Gleichzeitig wurde ihr Hafen zum drittgrössten des spanischen Imperiums nach Antwerpen und Sevilla. Die leidvolle Nebenwirkung dieses Reichtums war dass sich Piraten und Korsaren von diesem angezogen fühlten. So plünderte 1553 der französische Pirat FranÇois Le Clerc (Holzbein) die Inselhauptstadt und brannte sie nieder. Viele Denkmäler und Dokumente wurden dabei zerstört. Zahlreiche Händler und Banken liessen sich in S/C de la Palma nieder, und 1558 wurde in S/C de la Palma das erste "Juzgado de Indias" eingerichtet.


Das 17.Jahrhundert: Mehr Prosperität

Im 17. Jahrhundert erreichte die Wirtschaft der Insel einen vorläufigen Höhepunkt, zweifelsohne als Folge der Einrichtung des "Juzgados de Indias" in der Inselhauptstadt. La Palmas Weine wurden vermehrt in ferne Länder wie Holland, Frankreich und Grossbritannien exportiert. All dies wiederum motivierte reiche Handelshäuser wie Diego Cobs aus England sowie Lamberto Vanquesteaus Holland, sich auf der Insel niederzulassen. Auch der Schiffbau wurde zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Berühmte Schiffe wie, zum Beispiel, "El Santo Cristo" oder "N.Sra.de Nazaret" wurden von palmerischen Werften gebaut. Der Holzreichtum der Insel war hierfür eine wichtige Vorraussetzung. Aber wieder, wie bereits früher, zog der Reichtum wohlhabender palmerischer Bürger Seeräuber und Korsaren aus Frankreich und Holland , aber auch aus Nordafrika an, so dass auch während des sogenannten "Siglo de Oro Palmero" (des goldene Zeitalter La Palmas), das Leben auf der Insel nicht gerade ruhiger und beschaulicher war.


Das 18.Jahrhundert: eine Wendung zum Schlechteren

Trotz der witschaftlichen Prosperität des 17. Jahrhunderts, nahm die Situation eine Wendung zum Schlechteren: Dürreperioden hatten Hungersnöte zu Folge, die ungleiche Verteilung des Reichtums auf der Insel und die anhaltenden Angriffe von Piraten. Am entscheidensten allerdings dürfte sich der Zusammenbruch des Weinexportes für die Verarmung der Inselbevölkerung ausgewirkt haben, so dass man in Aufzeichnungen lesen kann: "Die palmerische Landbevölkerung ist sehr arm, hat kaum etwas zu essen und ist in Lumpen gekleidet". Noch gegen Ende desselben Jahrhunderts aber vor allem im darauffolgenden führte diese Verarmung zur massiven Auswanderung vor allem nach Venezuela und Kuba, was wiederum den Niedergang der einheimischen Infrastruktur zur Folge hatte. Nichts desto trotz erlebte die Insel in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts eine kulturelle und intellektuelle Blüte, geprägt durch Streben nach Modernität und Lieberalität. Ergebnis war die Wahl der ersten demokratischen Stadtverwaltung in Spanien im Jahr 1773. Politische Persönlichkeiten wie O'Daly und Pérez de Brito schafften die Vorraussetzungen für dieses "Goldene Zeitalter La Palmas".


Das 19. Jahrhundert: eine goldene Zeit

Im Jahre 1836 bekam La Palma ihre erste Druckerei und 1863 wurde die erste Zeitung auf La Palma herausgegeben. Am Ende des Jahrhunderts war La Palma die erste kanarische Insel mit elektrischer Beleuchtung. Der Anbau der Färberlaus (der Cochinillalaus, einem Parasiten der Opuntienkakteen, aus dem ein roter Farbstoff gewonnen wird) wird ein wichtiger Wirtschaftszweig der Insel. Auch der Schiffbau spielte weiterhin eine grosse Rolle. "La Amistad", "Nivaria", "San Miguel", "Ninfa de los Mares", "Rosa del Turia", "La Fama", "El Triunfo" und "La Verdad" waren einige der berühmtesten Schiffe,die in La Palma vom Stapel liefen. Letztere war 40m lang, konnte bis zu 700 Tonnen transportieren und wurde allseits bewundert. Alllerdings sank sie, als sie bei den Bermudainseln in ein Unwetter geriet.

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