Inselinformationen
Aus Teneriffa
La Gomera ist die zweitkleinste Insel des kanarischen Archipels. Tief eingeschnittene Täler mit schroffen Felsen, hier und da kleine Plateaus, kennzeichnen das Aussehen der Insel, die einen Durchmesser von 26 km Westostrichtung und von 17 km Nordsüdrichtung aufweist. Die höchste Berg, die Spitze des Garajonay, mit einer Höhe von 1.487m bildet den Mittelpunkt der Insel. Von hier hat man einen Überblick über die 369,74km² Inselfläche, durchzogen von tiefen Tälern und begrünt durch den einmaligen Laurisilva-Wald „El Cedro“. Hier regnen sich die Passatwolken ab, so dass in einem immerwährend feuchten Klima eine üppige Flora entstehen konnte, die Urwälder wachsen ließ, in denen selbst der höchste Baum bis zur Krone mit Moos bewachsen ist. Der fast ständige Nebel dieser Region lässt eine oft gespenstische Atmosphäre entstehen.
Aus der Idylle ist inzwischen ein attraktives Ferienziel für Wanderer und Biker geworden. Größtes Touristenzentrum ist das Valle Gran Rey. In Müsli-Cafés, Saftbars und lebendigen Kneipen trifft sich das überwiegend deutsche Publikum. Ein hübsches verträumtes Dorf ist das am Hang klebende La Calera mit autofreien Gassen und vielen privat geführten Pensionen. Eine Wanderung über die Insel ist die sanfteste Art, La Gomera zu entdecken. Auf Saumpfaden und alten Wegen, die einst die Dörfer verbanden, geht es durch den kargen Süden nach Playa de Santiago und von Meeresspiegelhöhe ins 1000 m hoch gelegene Bergdorf Chipude. Auf Dschungelpfaden wird dann der Nationalpark Garajonay durchwandert und dabei ganz nebenbei der höchste Punkt der Insel erklommen. Mit seiner zerklüfteten Topographie ist La Gomera ein ideales Terrain für Biker.
Der Nationalpark Garajonay lässt das Herz eines jeden Natur- und Wanderfreundes höher schlagen. Auf den alten Guanchenpfaden kann man nach Herzenslust wandern, und diese Erlebnisse hinterlassen unvergessliche Eindrücke. Nicht in den Talausläufern, wo sich im Süden in Santiago und Valle Gran Rey das touristische Leben abspielt, wird der Besucher La Gomera entdecken. Nein, er muss wirklich hinauf in die Bergdörfer – und am besten zu Fuß. Von dort aus gesehen macht die Insel einen eher unwirtlichen Eindruck. Aber die wildzerklüftete Landschaft bietet in ihren winkeligen Tälern unentdeckte Naturschönheiten. Mit dem Abstieg in die Täler wird das Klima mild, ausgeglichen und warm. Im Winter um die 20°C, im Sommer selten höher als 26°C. man betreibt hier seit Jahrhunderten Ackerbau und Viehzucht. Da der Regen nicht ausreicht durchziehen Bewässerungskanäle die Täler, um die auf den eigens für den Anbau errichteten Terrassen angepflanzten Kartoffeln, Bananen und andere Obst- und Gemüsesorten zu bewässern.
Im Tal des großen Königs – Valle Gran Rey – werden überwiegend Bananen für den Export angebaut. Hier ist auch – neben Santiago und der Inselhauptstadt San Sebastián – das touristische Zentrum der Insel. Viele Appartements, der Strand mit seinem schwarzen, vulkanischen Sand und eine Vielzahl von Restaurants lassen es den sonnenhungrigen Touristen zu jeder Jahreszeit wohlergehen. Die Einwohner auf La Gomera sind ihrer ursprünglichen Kultur treu geblieben. Esel und Ziegen gehören zum meist bäuerlichen Haushalt. Vielerorts töpfert die Bäuerin noch ohne Scheibe. Besonders berühmt sind die Töpferarbeiten der Ortschaft Chipude. Sie sollten sich auch Zeit nehmen, den köstlichen Inselwein zu probieren und zu genießen, der hauptsächlich im Norden, in Vallehermoso und Hermigua angebaut wird. Eine Tapa von gebratenem Schweine- oder Ziegenfleisch gibt dazu die nötige Grundlage. Die berühmte Mojo-Sauce und Gofio geben dem Essen den richtigen Pfiff. Und Pfeifen ist sowieso eine Spezialität der Gomeros. „El Silbo“, die berühmte Pfeifsprache, heute leider meist durch das Telefon verdrängt, funktioniert teilweise noch in den abgelegenen Tälern der Insel.
Auch Vegetarier kommen auf La Gomera auf ihre Kosten. Eine Vollwertkost-Pension in Hermigua – „Casa Creativa“ – bietet vegetarische Küche aus heimischem Obst- und Gemüseanbau und im Terrassencafé hausgemachte Kuchen und leckeren Imbiss. Voranmeldung bitte unter 922 88 10 23. Was auf La Gomera an Organisation fehlt, wird durch Improvisation wettgemacht. Der Gomero ist ein Meister darin und zaubert alles in den hellen Tag hinein, wenn er will. Wenn nicht, dann geht nichts mehr, auch kein Strom.
