Lokale Feste
Aus Teneriffa
Bajada de las Hayas - La Guancha
Die "Bajada de las Hayas", wörtlich "Der Abstieg der Gagelsträucher" hat sich im Verlauf der letzten Jahre in die wichtigste Veranstaltung des Volksfestes von La Guancha verwandelt, das alljährlich zu Ehren der Schutzheiligen der Gemeinde, Unsere Liebe Frau der guten Hoffnung, am zweiten Augustsamstag gefeiert wird. Der sehr populäre Bergmarsch begann ursprünglich mit dem Aufstieg einer Reihe von Einwohnern der Gemeinde, die Lasttiere besaßen, in die Berge, um dort Zweige von Gagelsträuchern zu schneiden, mit denen der Dorfplatz und die Prozessionsstrecke geschmückt wurden. Bei ihrer Rückkehr ins Dorf wurden sie von ihren Mitbürgern mit Allerlei Speisen und Getränken freudig empfangen und bis zum Kirchplatz begleitet, wo man dann den traditionellen Festtagsschmuck anbrachte. Nach einigen Jahren, in denen man Lkws für die Bajada verwendete und der ursprüngliche Reiz des Festes verlorenging, ist man vor fünf Jahren zu den alten Bräuchen zurückgekehrt und hunderte von Menschen machen sich nun in traditionelle Trachten gekleidet auf, um die Zweige zu schneiden. Sie tragen typische Stäbe, die mit Papierblumen und Zweigen geschmückt sind, und begleiten die Viehtreiber auf ihrem Weg. Unter viel Gesang und Musik, mit Wein und typischen Speisen zieht der Zug dann von dem nahen Bergwald hinab ins Dorf bis zum Kirchplatz, auf dem abschließend ein traditioneller Volkstanz stattfindet.
El Carmen - Santa Cruz, Playa San Juan und Alcala
Das Fest der Jungfrau von El Carmen. Santa Cruz zelebriert dieses Fest an dem Sonntag, der am dichtesten am 16. Juli liegt, dann kommt Playa de San Juan, wo es am ersten Sonntag im August gefeiert wird, und schließlich Playa de Alcalá, wo, im Gegensatz zu den beiden ersten, die Jungfrau von Candelaria verehrt wird. In all diesen Orten werden die gleichen Rituale praktiziert. Die Jungfrau, der ein Tanz mit Bändern vorangeht, wird von ihrer Wallfahrtskapelle zum Stand getragen, wo mit bunten Flaggen geschmückte Boote und Barkassen auf sie warten. Mehrere Fischer bringen sie an Bord des Schiffes, das zuvor durch Verlosung zu diesen Zwecken ausgesucht worden ist. Begleitet wird die Figur von Tanz, Standarte, Küstenbooten und dem Geistlichen. Während der Verschiffung erklingen ständig die Nebelhörner der Boote und die Blechmusik der Musiker. Am Ende wird die Jungfrau erneut in Prozession an Land gebracht, wo sie auf einen Altar am Strand plaziert wird. Nach einem Wasserfeuerwerk wird sie in das Sanktuarium zurück befördert.
El Nino - La Matanza y Taganana
In der Nacht von 24. Dezember findet, nach der Mitternachtsmesse, der "Baile del Niño" (Tanz von dem Kind) statt. Gruppen, von acht Personen im Santa Cruz zugehörigen Viertel von Taganana, und von zweiundzwanzig in La Matanza, führen vor dem Neugeborenen in der Kirche einen Tanz mit Prozession vor. Konkret handelt es sich dabei um junge Leute, die mit typischen Trachten als Hirten oder mit weißem Hemd, schwarzer Hose und roter Schärpe bekleidet sind. Begleitet werden sie von Trommel, Flöte, Schellentrommel, Kastagnetten und Tamburin, und sie tanzen und singen im Rhythmus des Tajaraste (typischer Tanz). Der Ehrentag des Schutzpatrons der Gemeinde, El Salvador, wird am 6. August gefeiert, während der Patronatsfeste. Auch die Festivität von San Antonio Abad, am 17. Januar, ist nennenswert, und das Gleiche gilt für die drei darauffolgenden Sonntage, mit ihrer traditionellen Oktave des Viehs.
Fest von San Andres - Icod de los Vinos
In diesen Tagen wird "auf den Brettern gerutscht". Das ist eine Tradition, die einmalig auf den Kanarischen Inseln ist: auf einem zuvor eingefetteten Brett aus Kernholz gleitet man mit voller Geschwindigkeit die steilen Straßen bis zu ihrem Ende hinunter. Auf den mehr oder weniger großen Planken ist Platz für eine oder mehrere Personen. Außerdem wird am Vortag der neue Wein getauft. Die Keller der Familien werden geöffnet, und Freunde und Besucher probieren den neuen Wein. Diese Taufe erfolgt inmitten von Klängen von Volksweisen der Kanarischen Inseln und aus Málaga.
Patronasfeste von Santa Barbara - Icod de los Vinos
Den Auftakt der Feste bildet das Einsammeln der Zweige, an dem zahlreiche ausgeschmückte Wagen teilnehmen. Die Straßen werden mit Zweigen verziert, und an der Hauptfassade der Kirche wird ein kunstvoller Bogen errichtet. Außerdem werden die Fassaden der Privathäuser mit dem schönsten Schmuck mit einem Preis ausgezeichnet. Der Vortag des großen Tages beginnt mit einem lauten Erwecken unter Blumenregen, und dem Klang einer Kapelle aus Kornetten und Trommeln. Etwas später bieten dann die Frauen die traditionelle Opfergabe des berühmten Gebäcks, und es findet das Zusammentreffen von Gebäck und Körben statt. Auch die eine oder andere Folkloregruppe ist dabei. Am Haupttag der Feste kommen Mitglieder der Artillerie ins Dorf, um ihrer Schutzpatronin Ehre zu erweisen. In ihrer Gegenwart und unter Beisein diverser Autoritäten wird eine Messe zelebriert. Abends erfolgt ein Rosenkranzgebet, und anschließend wird der Heilige in Prozession geführt. Auf der Strecke wird ein Feuerwerk geschossen. Das Ganze endet mit der Übergabe der Flagge an den Festausschuss des kommenden Jahres, und mit Volksfesten.
Die Hachitos in der Johannisnacht - Icod de los Vinos
n der Johannesnacht verwandelt sich Icod de los Vinos in ein einmaliges Schauspiel von Licht und Farben, denn die Stadt feiert dann eines ihrer beliebtesten Volksfeste des Jahreskalenders. Die Tradition der „Hachitos“, eine Art Riesenfackeln aus Holz, reicht bis in die Zeit der Ureinwohner der Insel zurück. Die zu früheren Zeiten aus dem Kernholz der Kanarischen Kiefern hergestellten Fackeln haben Größen von bis zu zwei oder drei Metern, deren obere Enden mit in Öl eingetauchten Tüchern umwickelt werden, damit sie die Nacht mit ihrem Feuer erhellen. Die „Hachos“ werden bei diesem besonderen Anlass mit Zweigen, Blumen und bunten Bändern geschmückt. Wenn die Johannesfeuer bei Einbruch der Nacht angezündet werden, ziehen die Einwohner des Ortes begleitet von den uralten Klängen des „Tajaraste-Tanzes“, viel Gesang und Gelächter mit den Fackeln von dem Ortsteil La Vega zu dem von El Amparo. Das Fest geht auf uralte Feuerrituale aus Anlass der Sommersonnenwende zurück – heute verwandelt sich der Umzug allerdings in seinem letzten Wegabschnitt in eine Prozession mit der Heiligenfigur des Sankt Johannes an der Spitze. Darüber hinaus werden zahlreiche „Hachitos“ auf den Bergkuppeln aufgestellt und andere die Berghänge talwärts gerollt, die glühende Lavenzungen darstellen.
Jungfrau von Fatima - Valle de Lorenzo-Arona
Diese Romería (Pilgerfahrt) kennzeichnet sich durch ihre Länge aus. Das Bildnis wird bis zu einem Hügel geführt, der unter dem Namen La Centinela bekannt ist, und dort bietet der Festausschuss den Teilnehmern einen Kartoffelschmaus. Der Zug besteht aus Lastwagen, die mit Palmenblättern geschmückt sind.
La Cruz - Los Realejos
Das Fest von La Cruz (dem Kreuz) wird seit schon fast drei Jahrhunderten gefeiert. Das Festprogramm wird von den Straßen von El Medio und El Sol vorbereitet. Die Feiern beginnen mit einem Feuerwerk, das als das größte der Kanarischen Inseln angesehen wird. Die Kosten dafür übernehmen die verschiedenen Straßen, und sie werden von zwei Feuerwerkereien ausgearbeitet: die der Gebrüder Toste und die von Santa Bárbara. Die Rivalität, die zwischen beiden entsteht, ist ein besonderer Anreiz bei dieser Opfergabe, welche die Bewohner der Cruz zuteil kommen lassen, und zwar ohne jegliche offizielle Beihilfe. Am Abend vom 3. Mai füllt sich die Stadt Los Realejos mit Besuchern von verschiedenen Punkten der Insel, die sich hierher begeben, um die diversen Figuren aus Feuer zu bewundern, die den Durchgang des Kreuzes durch die zwei Straßen erleuchten. Feuer, Rauch und Detonationen wiederholen sich ständig. Außerdem werden für die Altäre der Kapellen der beiden betroffenen Straßen hübsche Blumendecken angefertigt. Außer Freizeit- , Kultur- und Sportaktivitäten sind der "Kartoffelschmaus" hervorzuheben, den jede der Straßen den Besuchern bietet, und auch die "Blumenschlacht" mit verzierten Wagen, die durch das Dorf fahren.
Fest von Nuestra Senora - La Esperanza
Im Rahmen des Festprogramms sind in den letzten Jahren besonders die Messen für Kunsthandwerk, für Wein und Käse, sowie die Kampagne zur Förderung der Bücher hervorzuheben, die von dem Gemeinderat unter der Schirmherrschaft der Inselregierung organisiert werden. Die Romería (Pilgerfahrt), die am ersten Sonntag im August begangen wird, ist ein festlicher Akt, zu der sich zahlreiche Besucher aus der Umgebung einfinden. Zu diesen Akten kommen weitere Freizeit- und Kulturveranstaltungen für Publikum eines jeden Alters. Außerdem sind auch die Prozession des Bildnisses und das Feuerwerk höchst interessant.
Karwoche - La Laguna
Ruhe, Andacht, innere Einkehr und Tradition kennzeichnen die Veranstaltungen dieses Festes. Das Programm der Gottesdienste und Prozessionen wird mit der Eröffnungsrede eingeleitet, und dann kommen verschiedene Festzüge zu Ehren von San Lázaro, Cristo del Rescate, Cristo de Burgos, La Dolorosa, die feierliche Palmenprozession, die von Cristo de Los Caídos, Nuestro Padre Jesús de La Sentencia, Señor del Huerto, Insignien der Passion, Señor de La Columna, Nuestra Señora de Las Angustias, Lágrimas de San Pedro, La Verónica und La Santa Faz, Jesús Nazareno, Señora de La Soledad, Señor de Cañita, Señor de La Humildad y Paciencia, Santos Varones, María Magdalena, dem Heiligen Abendmahl, Santísimo Cristo de La Laguna, Lignum Crucis, La Piedad, der Heiligen Bestattung und die Prozession von El Silencio.
Nuestra Senora del Rosario - La Laguna
Erste Oktoberhälfte. Valle de Guerra (La Laguna). Bei dieser Prozession begleitet eine Gruppe von in Uniform gekleideten jungen Leuten die Jungfrau. Vor und nach den Feuerwerken wird das traditionelle "Treffen des Schiffs und des Schlosses", volkstümlich "die Livree" genannt, aufgeführt. Es wird dabei an die Schlacht von Lepanto erinnert. Die Hauptelemente der Vorstellung sind ein maurisches Schloss mit seinem Kapitän und seinen treuen Kriegern und ein Schiff, das die Jungfrau von El Rosario zur Standarte hat, und in dem ein Kapitän und seine Matrosen ankommen. Bei allen Prozessionen spielen die Laienbruderschaften eine bedeutende Rolle, welche sie auf den Straßen zu den Stationen begleiten, und auch die Volksweisen aus Málaga, die dem Christus von La Laguna in den früher Morgenstunden des Karfreitags gesungen werden.
Fest von El Cristo del Calvario - La Laguna
An den Tagen vor diesem Fest wird den Auswanderern Ehre erwiesen. Am Vorabend findet der traditionelle Ball der Livrees statt, wo Teufel und Figuren mit großen Köpfen sich nach dem Klang des Tajaraste (typischer Tanz) bewegen. Mit Glockenläuten und lautem Erwecken unter Blumenregen beginnt der große Tag, an dem der Christus in Prozession getragen wird. Das Fest endet mit einem Feuerwerk und einem Volksfest.
Fest von San Bartolome - La Laguna
Dieses Fest wird im August in Tejina begangen. Es sind dabei zwei Rituale ganz besonders hervorzuheben. Das erste betrifft die heimliche Herstellung der Herzen seitens der Einwohner der drei Viertel, die das Dorf bilden, und die dann auf dem Platz, inmitten von "Rivalitäten" und begleitet von Musikgruppen, "aufgestellt" werden. Die Materialien, die für die Ausarbeitung der Herzen verwendet werden, sind Holz oder Eisen, Rohre, Buchenzweige, Früchte und Torten. Das zweite Ritual ist die Verbrennung der Figur des Faulenzers während der letzten Tage der Festivität. Das Veranstaltungsprogramm sieht außerdem Freizeit-, Sport- und Kulturaktivitäten, sowie Bälle vor. Auch die Feuerwerke, die zu dieser Gelegenheit geschossen werden, sind erwähnenswert.
Romeria von Las Mercedes
An dieser Romería (Pilgerfahrt) nehmen zahlreiche Leute teil. Das Fest hat zwei Seiten. Einerseits die religiöse, mit der Andacht des Volkes während der Überführung der Heiligen zu der Schule von La Cruz de Los Alamos, am Samstag Abend, und andererseits die Heiterkeit, die am Sonntag herrscht, wenn die Pilgerfahrt die Bildnisse erneut zu ihrer Wallfahrtskapelle zurückbegleitet. Die Strecke ist zwei Kilometer lang, und jedes Jahr übertreffen sich die Karren, Tiere, Boote und Tänze, die zu der Gelegenheit zu sehen sind. Nach Beendigung der Romería widmen sich verschiedene Mannschaften von Kämpfern dem Ringen auf dem Terrero (Arena für den kanarischen Kampf).
Los Silos
Die ersten schriftlichen Hinweise auf die Feier zu Ehren der Schutzpatronin von Los Silos, der Gottesmutter Nuestra Señora de la Luz, stammen aus dem Jahr 1722. Die in ihren Ursprüngen ausschließlich religiöse Feier nahm im Verlauf der Geschichte nach und nach auch weltliche Veranstaltungen auf. Zu Beginn des Festgottesdienstes wurde die Gottesmutter auf ihren Thron erhöht, darauf folgte die Lesung der Heiligen Messe und die Prozession und abschließend verabschiedeten sich die Pilger, die so genannten Romeros, feierlich von der Mutter Jesu. Die Pilger kamen zu Fuß, auf Eseln oder Pferden von der ganzen Insel nach Los Silos, trugen dem Anlass entsprechend besondere Gewänder und übernachteten bei Verwandten oder im Freien. Da das Patronatsfest eine Vielzahl von Menschen aus anderen Inselorten nach Los Silos führte und der Ort selbst einer der wohlhabendsten des Landstrichs war, versuchte man mit unterschiedlichen Veranstaltungen die Pilger zu unterhalten, sodass es bald schon zu einem der wichtigsten Feste des Inselteils wurde. Heute verwandelt sich La Villa de Los Silos jedes Jahr im September in einen Ort voller Freude und herzlicher Gastfreundschaft und auf dem Veranstaltungskalender des Volksfestes finden sich u. v. a. Feuerwerke, Blumengaben für die Gottesmutter, Festpredigten, Kinder- und Jugendfeste, traditionelle Folklorefestivals, Konzerte und Ausstellungen, Umzüge mit Festwagen, Fanfarenzügen, Riesenkopfpuppen, usw., Angel- und Brettspielwettbewerbe, Musikkapellenwettstreit, Filmvorführungen und Volkstänze.
Fest von El Gran Poder und der Jungfrau von El Carmen - Puerto de la Cruz
Während die Prozession von El Gran Poder die herrschaftlichen Straßen von Puerto im militärischen Rhythmus der Trommeln und Trompeten durchschreitet, findet auf den Straßen des Fischerviertels die Prozession von El Carmen statt. Die Jungfrau von El Carmen verläßt die Kirche von La Peña de Francia in Prozession mit San Telmo, inmitten der Komplimente und Lieder, welche ihr seitens der Fischer zugeteilt werden. Bevor die Bildnisse an Bord der Boote gebracht werden, werden mehrere Tauben freigelassen. Am Ende ist ein großes Feuerwerksschauspiel zu bewundern, das direkt am Becken des Fischerhafens abgeschossen wird. Danach werden die Heiligen in die Mutterkirche zurückgeführt.
Fest von San Andres - Puerto de la Cruz
Volkstümlich ist es unter dem Namen "Das Fest von El Cacharro" und von der "Kastanie" bekannt. Am Abend des 29. Novembers konzentrieren sich junge Leute und Touristen auf dem Platz von El Charco; dann ziehen sie durch verschiedene Straßen und schleifen dabei unzählige Gefäße (Cacharros) und alte Gegenstände hinter sich her, die beim Aufschlagen auf dem Boden den entsprechenden Lärm machen. Auf dem Platz selbst wird die "Castañada" veranstaltet, wo verschiedene typische Produkte zu genießen sind: Kastanien, Wrackbarsch, gekneteter Gofio (geröstetes Mehl), Bataten, Wein.
Gründungsfest - Puerto de la Cruz
Am 3. Mai werden die Gründungsfeste der Stadt gefeiert. Dazu wird zuerst eine feierliche Messe zelebiert, dann kommt eine Prozession mit dem Silbernen Kreuz (Schutzpatronin der Stadt, gemeinsam mit der Jungfrau von Nuestra Señora de La Peña de Francia), inmitten von lärmenden Knallkörpern und Feuerwerken, welche sie auf der ganzen Strecke begleiten. Die Tradition will, dass man am Nachmittag die zahlreichen Kapellen besucht, die dem Heiligen Kreuz geweiht sind, und von denen in Puerto de La Cruz über dreißig verstreut sind, um dort die Blumenausschmückungen zu bewundern, die da den ganzen Tag über zu sehen sind.
Romeria von San Marcos - Tegueste
Die Romería (Pilgerfahrt) von Tegueste zu Ehren von San Marcos ist Ausdruck der reinsten Folklore und Tradition der Inseln. Die Festivitäten beginnen mit der Wahl der Romera Mayor (Hauptpilgerin). Nach verschiedenen Wettkämpfen von Kanarischem Kampf, Athletik, Basketball, usw. wird die Eröffnungsrede verlesen. Dieses Fest mit zugleich religiösen und profanen Elementen zeichnet sich ganz besonders durch seine eigenartige Romería aus. Es nehmen mit natürlichen Produkten des Feldes geschmückte Karren, Boote, Folkloregruppen aus allen Inseln, Viehherden, Gespanne, Tanzgruppen und Ochsenhirten daran teil, die von zahlreichen Leuten in typischer Tracht begleitet werden. Nach der Pilgerfahrt werden die Tiere gesegnet und dem Heiligen Schutzpatron die typischen Erzeugnisse des Feldes als Opfergabe dargeboten. Am folgenden Tag organisiert der Festausschuss für das ganze Dorf einen Kartoffelschmaus. Der letzte Teil der Festivität besteht aus der Verbrennung der Figur des Faulenzers. Dazu wird mit Stroh und alten Kleidern eine Puppe angefertigt, die irgendeine öffentliche Persönlichkeit repräsentiert, und diese wird dann inmitten von Schreien, Kritiken und Beschimpfungen verbrannt. Besagte Einäscherung des Faulpelzes ist eine rituelle Darstellung des Übergangs von den Festivitäten zu dem täglichen Leben zurück.
Fest von San Antonio - La Orotava, Buenavista und Arona
Das Festprogramm schließt Viehmessen, Folkloredarbietungen, Bälle mit typischen Trachten, Volksfeste und Pilgerfahrten ein. Viele Leute kommen in diese Dörfer, um ein Bittgebet an den Heiligen zu richten; außerdem werden ihm diverse Weihgeschenke von Tieren zuteil, und, im Fall von Arona, auch drei Weizenähren pro Bauer. Nach der Messe wird der Heilige in Pilgerfahrt oder Prozession geführt (La Orotava, Buenavista, Arona). Am Ende der jeweiligen Route wird das Vieh gesegnet, und die Trophäen für die besten Exemplare verteilt.
San Antonio de Padua - Granadilla
Ein großer Umzug von geschmückten Karossen aus allen Vierteln des Dorfes, Musik- und Folkloregruppe, sowie Pilger nehmen an dieser Romería (Pilgerfahrt) teil, die jedes Jahr am 13. Juni begangen wird. Das Festprogramm besteht aus religiösen und volkstümlichen Veranstaltungen. Unter den ersten sind ganz besonders die Prozession des Heiligen, die Messen, bei denen für die Einwohner und für die Verstorbenen gebetet wird, und das Feuerwerk zu Ehren des Heiligen zu erwähnen. Unter den anderen ragen das Folklorefestival, das Kunstfest und diverse sportliche Wettkämpfe hervor, die von dem Gemeinderat und dem Festausschuss gefördert werden.
San Juan Bautista - San Juan de la Rambla
Die Nacht von San Juan (die Johannisnacht) gilt als magisch für das Praktizieren der Hexerei. Dieser Charakter wird noch unterstrichen durch die beeindruckenden Feuerstellen, die in den Straßen mit altem Gerümpel zurechtgemacht werden. Viele davon sind von einer Figur gekrönt, die Juan, Juana oder San Juanito getauft wird. In San Juan de La Rambla und in Garachico werden akustische Feuerwerke geschossen, und auch aus Säcken und Sägemehl angefertigte und danach mit Diesel begossene Feuerkugeln. In Icod zieht man Seile, die einen naheliegenden Bergrücken mit dem Platz verbinden, und lässt daran Feuerkugel herunter gleiten. Hier werden auch die "Hachitos de San Juan" angezündet. Während die mit Diesel imprägnierten "Carozos" (entkörnten Maiskolben) einen Berg erleuchten, gelangen die von Männern und Kindern getragenen Hachitos und die Media Naranja del Amparo zum Platz. Dort zeichnet eine Jury das beste Hachito aus. Es handelt sich dabei übrigens um Holzstandarte, die mit Drahtgeflecht bedeckt und Blättern verschiedener Bäume verziert sind, um Figuren, die mit Blumen und altem, mit Putzwolle ausgestopftem Zeug hergestellt werden, und die man dann mit Diesel anfeuchtet. In einigen Häusern verbrennen die Frauen außerdem Dorngestrüpp und zünden Feuerstellen an. Erhalten geblieben ist immer noch die Gewohnheit, in dieser Nacht den Tajaraste (typischer Tanz) zu tanzen, sowohl in seiner Version als fortlaufender Tanz wie in der als sitzender.
Fest von San Pedro - Güimar
Das Fest von San Pedro wird in Güimar abwechselnd von den beiden Teilen, aus denen das Dorf besteht, veranstaltet, in den Jahren mit gerader Zahl in San Pedro de Arriba (dem oberen) und mit ungerader in San Pedro de Abajo (dem unteren). Ab dem 20. Juni bereiten sich die Leute auf die Festlichkeiten vor. Eine Gruppe von Einwohnern plaziert drei Federn an verschiedene Stellen, eine auf den Kirchturm, eine in die Mitte der Strecke, welche die Prozession später zurücklegt, und eine in die Wallfahrtskapelle. Von da an läuten die Kirchenglocken im Rhythmus des Tajaraste (typischer Tanz) die sogenannten Schläge von San Pedro ein, und zwar um neun Uhr morgens, mittags, und abends. Am Abend des 27. bricht der Heilige in Prozession zu der entsprechenden Wallfahrtskapelle auf. Am 28. werden die liturgischen Akte und Feste in dem jeweiligen Viertel begangen. Abends kehrt der Heilige zurück, auf der gleichen Straße, die von mit Zweigen umrankten Bögen geschmückt ist. Die Leute verbrennen Feuerräder, um ein gegebenes Versprechen einzuhalten. Am 29. gibt es verschiedene religiöse, kulturelle und sportliche Veranstaltungen, die von dem Festausschuss der entsprechenden Straße und von dem Gemeinderat organisiert sind.
Romeria von Nuestra Senora del Socorro - Güimar
Das ist das älteste Fest dieser Gemeinde; es wurde zum ersten Mal vor mehr als hundert Jahren begangen. In den ganz frühen Morgenstunden von 6. zum 7. September findet nach der "heiligen Messe der Pilger" die Pilgerfahrt statt; sie verläuft von der Kirche von San Pedro in Güimar bis zu der Kirche von El Socorro, die im gleichnamigen Weiler steht. Außerhalb der Kirche versammeln sich zahlreiche Pilger, Karossen, die Musikkapelle, die den Pasodoble "Al Socorro" spielt, und die Mitglieder der Tanzgruppe, welche die Jungfrau begleiten. Am 7., gegen fünf Uhr nachmittags, wird in El Socorro die Zeremonie veranstaltet, bei der dargestellt wird, wie das Bildnis den Guanchen an den Stränden von Chimisay erschien. Am 8. nachmittags findet der "Aufstieg der Jungfrau" zu der Kirche von San Pedro statt. Während dieses Aufstiegs beginnt, auf der Höhe von La Asomada, das traditionelle Spiel "Pares o Nones" (Gerade oder Ungerade).
Die "Burras" - Güimar
Die andernorts traditionelle Abschlussveranstaltung des Karnevals, die Beerdigung der Sardine, verwandelt sich in Güímar in eine ganz besondere Feier, die unter der Bezeichnung "Las Burras de Güímar", die Eselstuten von Güímar, bekannt ist. Es handelt sich um ein theatralisches Schauspiel, das auf uraltem Hexenglauben basiert und seit 1992 in der Stadt aufgeführt wird. Bei dem karnevalistischen Trauerzug erscheinen plötzlich seltsame Eselinnen, die sich dem Zug anschließen. Wenn dieser dann den zentralen Stadtplatz erreicht hat, erwecken sie den Argwohn der Bauern, die versuchen, sie mit Messern zu erstechen. Daraufhin verwandeln sich die Eselstuten in hässliche, zerlumpte Hexen, die unter allerlei Beschwörungen den Teufel anrufen. Wenn die Hexen dann einen wilden Tanz beginnen, tritt der Bischof auf die Bühne und beginnt einen Exorzismus, bei dem er den Erzengel Michael um Hilfe anfleht, welcher vom Himmel herabsteigt und den Kampf mit dem Fürsten der Dämonen aufnimmt. Nachdem dieser vernichtet ist, befiehlt der Bischof, auch die Eselstuten auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, woraufhin die Ruhe in die Bevölkerung und Stadt zurückkehrt.
San Sebastian - Vilaflor, Arona und Granadilla
Viele Leute aus Vilaflor, Arona und Granadilla begeben sich zu diesem Fest, das schon seit über zwei Jahrhunderten gefeiert wird. Zwei der bedeutendsten Rituale zu der Gelegenheit sind das Präsentieren von Tieren, damit sie der Heilige segnet, und die Romería (Pilgerfahrt), bei der das Bildnis von seiner Wallfahrtskapelle zum Meer heruntergebracht wird, und seine Hilfe erbeten wird. Nachdem der Heilige dreimal über das Wasser gebeugt worden ist, gilt dieses als gesegnet. Die Gläubigen machen das Zeichen des Kreuzes, und die Tiere werden nass gemacht. Auf dem Rückweg zur Wallfahrtskapelle beschimpfen einige Leute den Heiligen, weil sie mit den vorgebrachten Bitten nicht zufrieden sind. Nach Beendigung der Romería versammeln sich alle Teilnehmer, und kosten Wein, gekochte Kartoffeln und gesalzenen Fisch in Essig und Öl.
Maifest - Santa Cruz de Tenerife
Das Ereignis der Stadtgründung am 3. Mai 1494 wird alle Jahre in Santa Cruz im Blumenmonat Mai gebührlich gefeiert. Die Stadt schmückt sich dann in ihre typischen, traditionellen Festkleider: An den Straßen finden sich Blumenkreuze und heimische Küche und Folklore erfüllen die ganze Stadt mit Musik, Wohlgerüchen und Leckerbissen. Am 2. Mai, dem Vorabend des Tages der Stadtgründung, werden auf den Plätzen Plaza de España, Plaza de La Candelaria und Alameda del Duque de Santa Elena hunderte von Tischen aufgestellt, an denen sich Familien und Freunde in traditionelle Trachten gekleidet versammeln, um sich die typischen Gerichte der heimischen Küche munden zu lassen, deren Rezepte von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Unter Heiterkeit, Lachen und Gesang spielen Folkloregruppen bei diesem so genannten „Baile de Magos“, Bauerntanz, bis spät in die Nacht hinein zum Tanz auf. Kulturelles Brauchtum und Besinnung auf das geschichtliche Erbe sind jedoch den ganzen Monat Mai allgegenwärtig, sei es bei Prozessionen und Trachtenumzügen, gastronomischen Wettbewerben und sportlichen Wettkämpfen, Viehmärkten und traditionellen Sportarten, wie dem Kanarischen Ringkampf und dem Stockkampf.
