Naturschutzgebiete und landschaftlich interessante Ortschaften Teil 3
Aus Teneriffa
Icod de los Vinos. Mitten im Stadtkern steht der Drachenbaum von Icod, ein majestätisches Exemplar dieser Art, soweit bekannt ist auch das älteste, das existiert, mit einem geschätzten Alter von 600 bis 800 Jahren. Der Umfang seines Stamms beträgt am unteren Teil 12 Meter, und seine Gesamthöhe erreicht über 14 Meter. Die Cueva del Viento, von der man weiß, dass sie mehr als 17 Kilometer lang ist, ist die zweitgrößte vulkanische Höhle auf der Welt. Es handelt sich um ein komplexes vulkanisches Rohr, mit mehreren Ausgängen. Sein innerer Verlauf ist sehr kompliziert, er weist zahlreiche geomorphologische Strukturen auf, und es ist dort eine originelle Fauna, sowohl in fossiler wie auch in lebendiger Form, auszumachen. Es gibt außerdem in verschiedenen Winkeln der Gemeinde noch weitere, ebenfalls recht große, Grotten: San Marcos, Punto Blanco, El Rey, Felipe Reventón... Der Naturpark der Waldkrone, in der mittleren Zone des Gemeindegebiets, beherbergt eine der umfangreichsten Massen von kanarischer Kiefern auf dem Archipel überhaupt. El Lagar ist eine Freizeitzone, wo man zelten kann, und wo auch Sommerlager für Jugendliche organisiert werden. Man gelangt dorthin über die Piste La Guancha – Forsthaus, über den zweiten nicht asphaltierten Weg auf der rechten Seite. Las Hayas (oder El Pino de La Pipa) ist eine weitere Freizeitzone mit Zeltmöglichkeit, zu der man von Icod aus, über Barrio Redondo, auf einer nicht gepflasterten Piste, kommt. (Um dort zu übernachten, muss man die Genehmigung seitens des Umweltbereichs der Inselregierung einholen). Innerhalb des Naturgebiets von den Felswänden von Los Silos, El Tanque, Garachico und Icod, gibt es ein weiteres Areal, das unter Umweltschutz steht, und das nicht nur landschaftlich wunderschön ist, sondern auch als Zufluchtsort für Pflanzen und Tiere, vor allem Vögel, dient.
La Guancha. Zweifelsohne ist die interessanteste Zone die der Gipfel, wo sich der Naturpark der Waldkrone erstreckt, die von einem bedeutenden Wald aus kanarischen Kiefern gebildet ist. Ein schmaler Streifen des Gemeindegebiets gehört zu dem Nationalpark des Teide. Konkret handelt es sich dabei um einen Sektor in der Nähe der Emissionszentren von Montaña Abejera und Montaña Negra. In dem Barranco de La Arena sind Einrichtungen vorhanden, um Sommerlager für Jugendliche zu organisieren. Erreichbar ist dieser Ort über die Straße, die von La Guancha zu dem Forsthaus führt, und einen etwa 8 Kilometer langen nicht asphaltierten Weg. Der Sendero del Agua liegt an dem Verlauf der zahlreichen Kanäle der Galerien dieser Gemeinde. Dieser Pfad geht durch eine relativ unberührte bewaldete Zone, er beginnt an dem Forsthaus von La Guancha und endet in dem Viertel El Pinalete. Man braucht etwa eineinhalb Stunden, um ihn zurückzulegen. Der Freizeitpark El Pinalete ist mit Grills, Picknicktischen und Trinkwasser versehen. Diese Freizeitzone befindet sich nur 10 Meter von der Wallfahrtskapelle von San Antonio Abad und einer Wassergalerie entfernt. Außerdem gibt es neben dem Park ein Restaurant, wo typisches Essen zu bekommen ist. Ein weiterer ökologisch interessanter Ort ist der Charco del Viento, in dem Viertel Santa Catalina. Das ist eine natürliche Badezone, mit kristallklarem Wasser, die sehr empfehlenswert fürs Tauchen und Fischen ist.
La Matanza de Acentejo. Der obere Teil der Gemeinde, derjenige, der über 1000 Meter hoch liegt, gehört zu einem Großschutzgebiet, das als Naturpark von Laderas de Santa Úrsula, Los Órganos, Altos del Valle de Güimar und Monte de La Esperanza katalogisiert worden ist. Hier sind ganz besondere ökologische Werte vorhanden. In La Vica befindet sich ein Freizeitzentrum mit Zeltplatz, das von La Matanza aus erreichbar ist. (Um dort zu übernachten, muss man die Genehmigung seitens des Umweltbereichs der Inselregierung einholen). Der gesamte Küstensektor steht unter Naturschutz, mit der Bezeichnung Acantilados del Sauzal y Tacoronte. Er ist wirklich ganz wunderbar und beeindruckend; zudem dient er einer Großzahl von Seevögeln als Zufluchtststätte, und beherbergt diverse bodenständige Pflanzen.
La Orotava. Der Nationalpark des Teide weist in einem landschaftlich außerordentlich beeindruckenden Rahmen, dessen Entstehungsvorgang und geologische Entwicklung kompliziert waren, bedeutende Elemente der Flora und Fauna auf, und auch Spuren der früheren Anwesenheit der Guanchen. Im dem Naturpark der Waldkrone befinden sich die ökologisch besonders wertvollen ausgedehnten Massen von Bäumen, welche die Gipfel von Teneriffa umgeben und bedecken. Die Caldera ist eine Zone für die Freizeit und zum Zelten, zu der man über eine Abzweigung gelangt, die am Kilometerstand 16,2 der Straße von La Orotava zum Teide abgeht. Am Kilometerstand 24 dieser Straße kommt man zur Freizeitzone mit Zeltplatz von Ramón El Caminero. (Um dort zu übernachten, muss man die Genehmigung seitens des Umweltbereichs der Inselregierung einholen). In der Fischzuchtanstalt von Aguamansa kann man das Zentrum für Forellenaufzucht und seine Umgebung besuchen. Dort befindet sich auch ein interessantes Arboretum. Die Zufahrt erfolgt über die Straße, die nach Las Cañadas führt. Im östlichen Sektor der Gemeinde liegt das Naturgebiet von Las Laderas de Santa Úrsula, Los Órganos und Altos del Valle de Güimar, das aufgrund seiner geologischen und botanischen Elemente, aber auch seiner Fauna und landschaftlichen Schätze von besonderem wissenschaftlichen Interesse ist. El Rincón ist ein Gelände mit landschaftlichem und landwirtschaftlichen Wert, inmitten einer Zone, die durch die städtebauliche Entwicklung stark verändert worden ist. Von dem Aussichtspunkt von Humboldt ist ein ganz einmaliges herrliches Panorama auf das weite Tal zu genießen.
La Victoria de Acentejo. Der obere und östliche Sektor der Gemeinde, in einer Höhe von etwa 900 Metern, ist in eine Schutzzone eingeschlossen, die Ladera de Santa Úrsula, Los Órganos, Altos del Valle de Güimar und Monte de La Esperanza heißt. In diesem Bereich des mittleren Berggrats gibt es eine ausgedehnte Waldfläche, mit Kiefern und Lorbeergewächsen. In La Hoya del Abade oder Los Abades befindet sich eine Freizeitzone. Um dorthin zu gelangen, muss man die Straße von La Matanza oder La Vica nehmen, und dann 6 Kilometer lang eine Piste bis La Hoya de Los Revolcaderos. Auch der Küstenbereich steht unter Naturschutz, und er ist als Los Acantilados del Sauzal y Tacoronte zugehörig katalogisiert. Zu seiner landschaftlichen Schönheit kommt der ökologische Wert, denn es handelt sich um ein Refugium für zahlreiche botanische Endemiten, auch für Vögel, vor allem Seevögel. Die geschützte Landschaft von Las Lagunetas umfaßt 3.800,1 Hektar, und betrifft die Gemeinden El Rosario, Candelaria, El Sauzal, La Matanza, La Victoria, Santa Úrsula und Tacoronte. Diese bergige und bewaldete Zone hat großen Wert, denn sie spielt eine wichtige Rolle bei der Wiederauffüllung der Unterwasserreserven und bei der Erhaltung des Bodens. Sie beherbergt gute Exemplare des Kiefernwaldes und von Übergangsgemeinschaften wie dem Monteverde (Lorbeerwald, im weiten Sinn). Unter der Flora sind einige bedrohte endemische Arten zu nennen, wie die Pericalis multiflora. Das Spezielle Naturreservat von Las Palomas umfaßt 584 Hektar, und fällt in die Gemeinden von Santa Úrsula und La Victoria. Dort sind einige wenige Stellen, wo mit Kiefernwald vermischter Lorbeerwald zu finden ist; sie sind in den Schluchten des Nordens Teneriffas verstreut, und nahmen in der Vergangenheit einen sehr viel ausgedehnteren Streifen als heutzutage ein. Was die Flora angeht, so sind vor allem dem Kiefernwald, dem Heidebuschwald und dem Lorbeerwald eigene Arten hier heimisch. Die Schutzlandschaft von Costa de Acentejo nimmt 401 Hektar ein, und betrifft die Gemeindegebiete von El Sauzal, La Matanza, La Victoria, Santa Úrsula, Tacoronte und La Orotava. Dieses Gebiet weist eine außerordentliche Schönheit auf, denn die zerklüftete und abrupte Landschaft ist ästhetisch wirklich einmalig. Zudem handelt es sich dabei um ein eigentümliches geomorphologisches Element, das repräsentativ für die Nordküste der Insel ist. Auch ein bedeutendes wissenschaftliches Interesse liegt vor, weil hier bedrohte und geschützte Arten, sowohl der Fauna wie auch der Flora, anwesend sind, wobei einige Stellen von gewissen Spezies als Zuflucht bzw. als Nistplatz genutzt werden.
Los Realejos. Der Nationalpark des Teide, ein ökologisch sehr wertvolles Gebiet, schließt einen Teil der Gemeinde innerhalb seiner Demarkationslinie ein. Diese Schutzzone setzt sich fort in dem Naturpark der Waldkrone, der aus einem ausgedehnten Kiefernwald besteht. Der Naturpark von Tigaiga ist eine weite Fläche, welche dieses ganze Massiv umgibt; er reicht von dem Rand von Las Cañadas, über den gesamten Hang von Tigaiga, die Felswand an der Küste, und die Schlucht von Ruíz bis zum Meer. Landschaftlich ist er sehr wertvoll, und an seinen zerklüfteten Hängen und Felswänden sind viele bodenständige Arten der Fauna und Flora der Insel heimisch. La Rambla de Castro ist ein geschützter Landschaftszug, in dem ein großer Sektor der Küste, von Piedra Gorda bis zum Strand von El Socorro, eingeschlossen ist. Es ist eine ökologisch interessante und landschaftlich wertvolle Stätte, inmitten eines Umfeld, das durch die menschliche Hand erheblich verändert worden ist. Die Montaña de Los Frailes ist eine Naturzone, in welcher der Vulkankegel des selben Namens liegt, der ein Beispiel für den jüngeren Vulkanismus (Serie IV) in diesem Teil der Insel darstellt. In Chanajiga gibt es eine Freizeitzone mit Zeltplatz, zu der man über die Straße von La Orotava nach Palo Blanco – Benijos gelangt. Um dort zu übernachten, muss man die Genehmigung seitens des Umweltbereichs der Inselregierung einholen.
Los Silos. Der ganze südliche Sektor der Gemeinde, und auch ein Großteil des westlichen, ist in den Ländlichen Park von Teno mit aufgenommen. Das schließt den dichten Monte de Agua y Pasos ein, der aus einer üppigen Masse von Lorbeerwald und Heidebuschwald besteht. Dieser fast 800 Hektar große Bereich ist aufgrund der Pflanzen- und Tierarten, die er beherbergt, ökologisch äußerst wertvoll. So existieren hier die beiden Tauben des Lorbeerwaldes (Lorbeer- und Silbertaube), die Waldschnepfe, und auch eine ganze Reihe von weiteren Vögeln und Insekten. Sowohl zu Los Silos wie auch zu der Nachbargemeinde El Tanque gehörend, gibt es, in Erjos, eine Anzahl von Charcas (Tümpeln), in der eine umfangreiche Vogelfauna unterkommt. Diese Lachen sind künstlich entstanden, infolge der durch die Gewinnung von Baumaterialien und Erde entstandenen Aushöhlungen, in denen sich das Regenwasser gestaut hat, so dass sich mehrere Lagunen gebildet haben. Ihre Ufer sind von der Vegetation kolonisiert worden, und so wurde ein ideales Habitat für zahlreiche Vögel geschaffen: Teichhuhn, Bekassine, Fischreiher sind hier heimisch, und es kommt sogar gelegentlich der Fischadler zu Besuch. Das Naturgebiet der Felswände von Los Silos, El Tanque, Garachico und Icod ist landschaftlich wunderschön, und weist dazu noch eine sehr vielartige Flora auf, und dies auf einer Fläche mit sehr rauher Topographie. Auch Stätten wie Montaña de Taco und die Steilklippe an der Küste sind von ökologischem Interesse.
Puerto de la Cruz. Der Akklimatisierungsgarten von La Orotava wurde in dem letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts geschaffen, mit der Absicht, Pflanzen aus verschiedenen Orten der Welt zu akklimatisieren, um sie dann später nach Europa zu versenden. Die wissenschaftlichen Fortschritte haben mit sich gezogen, dass dieser Zweck nicht mehr akut ist; trotzdem ist zu sagen, dass jenes ursprüngliche Projekt ermöglichte, an diesem Ort eine große Anzahl von Pflanzenspezies aus den tropischen und subtropischen Gegenden zu konzentrieren. Aus diesem Grund weist der Platz ein bedeutendes wissenschaftliches und didaktisches Interesse auf. An der Küstenzone sich zwei Werke des genialen Künstlers César Manrique zu finden, bei denen es ihm gelang, menschliches Eingreifen mit der Natur in Einklang zu bringen: die Anlage Martiánez und Playa Jardín. Im Barranco de Tafuriaste besteht die Möglichkeit, eine Route zurückzulegen, bei der man einige der bemerkenswertesten natürlichen Elemente des Gemeindegebiets erkennen kann. Das Gleiche gilt für den Camino de La Costa, der zu dem Strand von El Bollullo, bereits zur Gemeinde La Orotava, führt.
San Christobal de la Laguna. Der nordöstliche Sektor der Gemeinde gehört mit zu dem Naturpark von Anaga. Diese Zone hat großen landschaftlichen Wert, und ist reich an Materialien, Formen sowie Strukturen, die einer sehr frühen vulkanischen Tätigkeit zuzuordnen sind (vor 3,5 Millionen Jahren), wo sich die Erosion recht bemerkbar gemacht hat. Nicht nur die Vegetation an diesem Ort ist sehr reich, denn hier sind Gelände mit sehr gut erhaltenem Lorbeerwald und zahlreiche bodenständige Arten zu finden, sondern es ist da auch eine interessante Vogelfauna zu verzeichnen. In El Llano de Los Viejos ist eine Freizeitzone mit Zeltplatz eingerichtet. Um dahin zu gelangen, muss man die Straße nehmen, die von La Laguna nach Las Mercedes geht. (Um dort zu übernachten, muss man die Genehmigung seitens des Umweltbereichs der Inselregierung einholen). Es gibt aber noch weitere Plätze von ökologischen Interesse an der Steilküste entlang, wie der Pico de Los Lázaros, die Montaña de Guerra und die Vulkane von La Esperanza. Am Kilometerstand 1 der Straße nach La Esperanza befindet sich das Zentrum für Umwelterziehung und -bewußtsein. Dort werden Tätigkeiten im Bereich der Umwelterziehung durchgeführt, wie etwa bibliographische Unterstützung, Schulen der Natur, Sensibilisierungskampagnen, Kurse, ...
San Juan de la Rambla. Ein kleiner Sektor des Südens des Gemeindegebiets gehört zu dem Nationalpark des Teide, und schließt die eigentümliche Phonolithenschicht von La Fortaleza ein. Dieses Schutzgebiet setzt sich fort in der Waldkrone, die einen breiten Streifen belegt, und dicht mit Kiefernformationen bewachsen ist, zu welcher sich andere Pflanzenarten gesellen, unter anderem zahlreiche Endemiten. Der ökologische Wert dieses Umfelds ist beträchtlich. Von dem Hang von Tigaiga entfallen auf diese Gemeinde vor allem der Barranco Hondo oder von Ruíz, der bis zur Küste reicht, und ein Teil der alten Felswand. Der tiefe Grund und die hohen Wände der Schlucht bestehen aus diversem komplexem Vulkanmaterial; dort ist eine interessante abwechslungsreiche Vegetation, mit vielen bodenständigen Arten, und auch so manch einem Relikt des Lorbeerwaldes, zu finden. Die Fauna ist ebenfalls von großem Interesse. Am Kilometerstand 48,5 der Straße C-820, in dem Barranco de Ruíz, existiert eine Freizeitzone. An der Küstenlinie gibt es mehrere Plätze von bedeutendem ökologischem Interesse, die auch zur Freizeitnutzung dienen.
San Miguel de Abona. Das natürliche Gebiet von Montaña Amarilla, innerhalb der Küstenzone, ist ein interessantes Beispiel des hydromagnetischen Vulkanismus. Das heißt, es handelt sich um eine vulkanische Struktur, die dadurch entstand, dass es einen in seichten Gewässern befindliches Magmaherd gab, der ein wenig tief liegendes Wasserreservoir erwärmte. Die so entstehende Eruption hatte einen stark explosiven Charakter, und führte zu einer Art von Vulkanstruktur, die Tuffkegel genannt wird. Die Meererosion hat zur Bildung einer 30 Meter hohe Felswand geführt, wo es möglich ist, die innere Struktur des Gefüges zu beobachten. Außerdem gibt es dort, an der See, ein eigentümliches Exemplar von einer fossilen Düne, die durch die den Ablagerungen organogenen Sandes gebildet wurde. Der Roque de Jama gehört gleichzeitig auch zu der Nachbargemeinde Arona; diese Phonolithenspitze oder Kuppel, die sich unterhalb der Oberfläche geformt hat, und infolge der Erosion aufgedeckt wurde, ist das größte vulkanische Gefüge dieser Art auf der Insel. Außerdem kommen in dieser Zone interessante botanische Endemiten vor, und sie ist Zufluchtsort für zahlreiche Vögel. Von hier aus sind einmalige Blicke auf diesen Teil der Insel zu genießen. Weitere Stellen bieten ebenfalls attraktive Naturwerte: Montaña Tilena, ein Teil der Schlucht von Orchilla, eine ganze Reihe von Vulkankegeln und Lavaströmen...
Santa Cruz de Tenerife. Der Naturpark von Anaga ist ein ausgedehntes Gelände, das unter Naturschutz steht, und großen ökologischen Wert besitzt. Dieses alte Massiv bietet zahlreiche Beispiele von Felsen, Gängen, Formen von Reliefumkehrungen, Graten, großen sedimentären Ablagerungen, neu entstandenen Stränden, aufsehenerregenden Felswänden... Diese geomorphologische Vielfältigkeit geht einher mit einem bedeutenden botanischen Reichtum, so dass hier eines der repräsentativsten Exemplare des Monteverde (Lorbeerwald, im weiten Sinn) von Teneriffa und von dem Archipel überhaupt, zu finden ist. Gagelbaum, Phönizische Sadebäume und die stets seltenen Drachenbäume, die sich an den unzugänglichsten Felsen festklammern, (wie im Fall des Roque de Las Animas) sind ebenfalls bemerkenswerte Elemente der Flora. Zudem ist die Fauna ganz besonders reich, denn es gibt sehr viele Spezies von Vögeln, von denen einige, wie etwa die Seevögel, hier ihren Nistplatz haben. Zu all dem gesellt sich die traditionelle Belegung des Raums durch den Menschen, und so sind zahlreiche Terrassenbeete und malerische Siedlungen auszumachen. Im gesamten Massiv und an seinen Küsten existieren Plätze, die von bedeutendem natürlichem und landschaftlichem Interesse sind. Die Roques de Anaga (de Tierra y de Fuera) etwa sind wahre Zeugen der Effekte der Erosion; sie sind ein Refugium von botanischen Endemiten und Seevögeln, und sogar archäologische Reste sind da ausgemacht worden.
Santa Ursula. Der gesamte Sektor der Gipfel ist in den ökologisch und landschaftlich wertvollen Naturpark von Las Laderas de Santa Úrsula, Los Órganos und Altos del Valle de Güimar aufgenommen worden. Nicht nur seine geomorphologische Eigentümlichkeit ist erwähnenswert, sondern auch der Wuchs einer Vegetation aus Heidebuschwald, die später in kanarische Kiefern übergeht; außerdem wachsen hier Teideginster und Drüsenginster . Eine ganze Reihe von botanischen Endemiten existieren an diesem Ort, und auch die Fauna ist sehr interessant. In Las Lagunetas ist eine Freizeitzone angelegt worden, zu der man von Santa Úrsula in Reichtung Corujera, auf dem Weg von La Candelaria, gelangt. Der gesamte Küstenbereich ist in das Naturgebiet von Los Acantilados del Sauzal y Tacoronte eingeschlossen, das weit über die beiden Gemeindegebiete hinausgeht. Die Gewalt des Meers hat es fertiggebracht, diese großen, wunderschönen Felswände auszuschneiden, die ihre innere Struktur zeigen, die durch die Überlagerung zahlreicher Lavaflüsse entstanden ist. Es sind in diesem Gebiet zahlreiche bodenständige Pflanzen zu finden, und außerdem dient es als Zuflucht und Nistplatz für Seevögel, wie die Sturmtaucher.
Santiago del Teide. Der Nationalpark des Teide belegt einen kleinen Sektor im äußersten östlichen Teil, der die Hänge des Stratovulkans Pico Viejo einschließt. Dann kommt ein ausgedehntes Gelände, das in den Naturpark der Waldkrone eingeordnet ist, und wo sich eine Reihe von Vulkanen mit ihrem entsprechenden Malpaís (schlechter Boden) befindet, die zu dem Gipfel von Abeque gehören, unter anderem die Stelle des historischen Ausbruchs des Chinyero (1909). Hinzu kommt an diesem Ort eine bedeutsame Vegetationsdecke und eine sehr interessante Fauna. Der Ländliche Park von Teno ist landschaftlich ganz bemerkenswert, und verzeichnet unter anderem die beeindruckenden Felswände an der Küste; zudem ist das zerklüftete Relief dieses alten Massivs Refugium für zahlreiche seltene Endemiten des Pflanzen- und Tierreichs. Auch an der Küste gibt es viele interessante Plätze, und an der Einfahrt zu der Ortschaft Santiago del Teide steht eine Freizeitzone zur Verfügung.
Tacoronte. Der Wald von Madre de Agua, in Aguagarcía, ist eine der bedeutendsten waldigen Naturfestungen auf dieser Seite der Insel, der eine Fläche von etwa zwei Quadratkilometern belegt. Neben Heidebuschwald gibt es in den Schluchten auch einen gut erhaltenen Lorbeerwald. Auf diesem Gebiet ist die einzige Quelle der Gemeinde zu finden, und es sind hier noch zahlreiche bodenständige Arten der Flora und Fauna erhalten. El Lomo de La Jara ist eine Freizeitzone mit Zeltplatz (nach entsprechender Genehmigung durch den Umweltbereich der Inselregierung zu benutzen). Man gelangt hierher über die Straße von Agua García nach La Esperanza, wo man dann eine Abzweigung zu dem Forsthaus nimmt, und auf einer nicht asphaltierten Piste einen Kilometer weiterfährt. Die äußersten südlichen Zonen des Gemeindegebiets, die etwa 1.000 Meter hoch liegen, sind als dem Naturpark zugehörig katalogisiert, der somit diesen Sektor des mittleren Bergrats von Teneriffa einschließt. Die Acantilados del Sauzal y Tacoronte an der Küste stehen unter Naturschutz, und sie sind wahrhaftig landschaftlich und ökologisch von großem Interesse, aufgrund sowohl ihrer Flora wie auch ihrer Vogelfauna. Auch die verschiedenen Vulkankegel oder der hundertjährige Drachenbaum sind ökologisch wertvolle Sehenswürdigkeiten.
Tegueste. Am östlichen Ende der Gemeinde liegt der Ländliche Park von Anaga, ein Gebiet, das sich durch seine Werte, was Geomorphologie, Botanik und Fauna angeht, auszeichnet. Hier sind die ältesten geologischen Formationen der Insel zu finden, und zudem eine Vielfalt von Endemiten. Die Freizeitzone von Las Quebradas, die dem Umweltbereich der Inselregierung untersteht, kann über Pedro Alvarez, über die Straße, die bis zu den Gipfeln weiterführt, erreicht werden. Im nordwestlichen Sektor befindet sich der Pico de Los Lázaros, der interessante Naturwerte bietet.
Vilaflor. Der gesamte nördliche Sektor, und ein Teil des westlichen, zusammenfallend mit dem Kiefernwald von Adeje, ist in den Naturpark von Las Cumbres eingeschlossen. Diese Zone weist eine bedeutende Masse von kanarischen Kiefern auf, aber es wachsen dort auch andere wichtige botanische Endemiten, und es ist da zudem eine eigentümliche Fauna anzutreffen. Dazu kommt ihr herausragendes geomorphologisches und landschaftliches Interesse. In Las Lajas gibt es eine Freizeitzone. Um dahin zu gelangen, nimmt man die Straße C-821 von Vilaflor nach Las Cañadas del Teide, bis zum Kilometerstand 58. In Lomo Blanco wachsen zwei prächtige Exemplare des Pinus canariensis, die unter dem Namen Pino Gorde de La Madre del Agua bekannt sind. Diese hundertjährigen Bäumen sind jeweils siebzig und sechzig Meter groß, und haben einen Umfang von 11 bzw. 8 Metern. In westlicher Richtung ist ein kleiner Sektor des Schutzgebiets von La Montaña de Las Coloradas eingeschlossen. Dieses vulkanische Gefüge, das zum Teil von der Erosion abgebaut worden ist, bildet ein Gelände von Ackerland, das praktisch völlig aufgegeben worden ist, aber es erscheinen hier auch Kiefernwald und Ersatz-Vegetation. Im Südwesten liegt, an der Grenze mit Adeje und dem Barranco del Infierno, eine kleine Zone, die interessante geologische und landschaftliche Eigentümlichkeiten aufweist, und zudem als Refugium für zahlreiche Endemiten der Vegetation und eine abwechslungsreiche Fauna dient.
