Teide und Nationalpark Teide

Aus Teneriffa

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Allgemeines. Ein Netz von Nationalparks auf dem Kanarischen Archipel versucht, ihre charakteristischsten Ökosysteme zu erhalten. So sind in dem Nationalpark des Teide, der in der Mitte der Insel Teneriffa liegt, die besten Beispiele für die Vegetation der supramediterranen Schicht zu finden. Andererseits bietet uns der Nationalpark des Teide, dessen Durchschnittshöhe über 2.000 Meter beträgt, auch zahlreiche Exempel von Vulkanismus, die zu den beeindruckendsten auf der ganzen Welt gehören. Er repräsentiert das beste Beispiel für ein vulkanisches Hochgebirgsökosystem auf den Kanaren. Geomorphologisch gehören die Formationen der Caldera und des Stratovulkans Teide – Pico Viejo zu den weltweit geologisch spektakulärsten Naturdenkmälern. Die enorme Vielfalt an Vulkankegeln und Dömen, Lavazungen, Pitones und Höhlen bilden ein außerordentliches Gefüge von Farben und Formen, die von dem wissenschaftlichen und landschaftlichen Interesse des Gebietes noch erhöht werden. Bezüglich seines großen biologischen Reichtums müssen unbedingt die einzigartige Flora mit ihrem hohen Anteil an Endemiten und die wirbellose Fauna mit zahlreichen, nur hier heimischen Spezies hervorgehoben werden. Der Nationalpark wurde 1954 gegründet, aus Anerkennung für seine vulkanischen und biologischen Besonderheiten, und er ist, mit seinen 18.990 Hektar, der größte und älteste seiner Art auf den Kanarischen Inseln. Bezüglich seiner Ausdehnung nimmt er innerhalb der dreizehn spanischen Nationalparks den fünften Platz ein. Über seine geschützten Außenzonen hinaus wird er von dem Naturschutzgebiet der Bergwälder umgeben, die sich über eine Fläche von 46.612,9 ha ausdehnen. Der Teide-Nationalpark ist damit das größte Naturschutzgebiet der Kanarischen Inseln. 1989 wurde er mit dem Europäischen Diplom in seiner höchsten Kategorie, "A", ausgezeichnet, das von dem Europarat verliehen wird. Die Gültigkeit dieses Diplom wurde 1994 bis zum Jahr 1999 verlängert. Der Patronatsausschuss des Teide-Nationalparks und die gemischte Verwaltungskommission der kanarischen Nationalparks fassten im Jahre 2002 den Beschluss, die Initiative zu übernehmen, damit der Teide-Nationalpark zum Erbe der Menschheit erklärt wird. Die UNESCO hat den Teide - Nationalpark zum Weltnaturerbe erklärt: das Welterbe - Komitee beschloss am 28.Juni 2007 in Christchurch (Neuseeland) den Nationalpark auf die Liste des Weltnaturerbes zu setzen. ANGABEN ZUM NATIONALPARK Gründung: Dekret vom 22. Januar 1954, Reklassifizierung: Gesetz 5/81, vom 25. März, Juristische Grundlagen: Generalplan zur Nutzung und Verwaltung (PRUG, Königliches Dekret 153/2002, Fläche des Parks: 18.990 ha, Koordinaten: Breitengrad 28º09´00´´ - 28º20´00´´ Nord, Längengrad 16º29´00´´ - 16º44´00´´ West, Übernationale Netzwerke: Europäisches Diplom (Europarat) von 1989, erneuert 1994 und 1999. Höchste Erhebung: 3.718 m (Pico del Teide). Niedrigster Punkt: 1.600 m.

Geologie. Der Teide ist mit seinen 3.718 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Gipfel Spaniens und aller atlantischen Inselgruppen. Mit seinen steilen Hängen erreicht er diese enorme Höhe in kaum 13 km Distanz von der Küste. Es handelt sich um ein vulkanisches Gefüge des Typs Stratovulkan, das auf einer riesigen alten kesselförmigen Senke ruht, die aus zwei Halbkratern besteht, welche durch die Roques de García voneinander getrennt sind. Die Spitze des Teide ist der Pilón de Azúcar, der noch eine Restaktivität in Form von 86 Grad C heißen Fumarolen und Solfataren aufweist. Der Krater, der als Las Cañadas bekannt ist, verdankt seinen Namen der typischsten Struktur des Parks: der Cañada, einer Sedimentfläche, die normalerweise am Fuß der Wände der Caldera zu finden ist. Diese atemberaubende geologische Formation hat ihren Ursprung in einer riesigen vulkanischen Struktur, die als das Gebäude der Cañadas bezeichnet wird und fast das gesamte Zentrum der Insel einnahm. Dieses in seiner Struktur enorm komplexe Gebäude wuchs im Verlaufe von Jahrmillionen durch Aufschichtungen großer Mengen von Lavamassen und Pyroklastiten in die Höhe, welche unzähligen Eruptionen entstammten. Über einen Zeitraum von 3,5 Millionen Jahren wechselten so ständig Phasen von Aufbau und Abbau einander ab. Die bei den Ausbrüchen ausgetretenen Materialien waren von vielfältiger Zusammensetzung: Basalte, Basanite, Traquibasalte, Phonolithe, Trachyte, usw. Bezüglich des Gebäudes der Cañadas und der Caldera gibt es zwei entscheidende geologische Schlüsselfaktoren. Zum einen das Verschwinden des obersten Teils des Gebäudes, dessen innere Struktur an den Berghängen der Caldera oder dabei ans Tageslicht getreten ist, verbunden mit der Bildung der erwähnten Senke. Zum anderen die Formation des Vulkankomplexes Teide – Pico Viejo, des Stratovulkans, der sich innerhalb der Caldera aufbaute und diese selbst zu späterer Zeit nach der Entstehung der erwähnten Einsenkung teilweise auffüllte. Noch heutzutage ist die Entstehung des Kessels von Las Cañadas Grund zur Kontroverse unter den Geologen und es sind unterschiedliche Hypothesen diesbezüglich im Umlauf, wie etwa die der Explosion, der Erosion, des Einsturzes und umfangreicher Erdrutsche. Die bis Anfang der neunziger Jahre meist akzeptierte These war die des Einbruchs als Hauptursache für diese Formation. Demnach handelt es sich um einen Krater mit zwei Unterkratern, einem auf der östlichen und einem auf der westlichen Seite, die durch die Roques de García getrennt sind, und durch Einstürze und Zusammenbrüche entstanden; an der nördlichen Seite des Kraters von Las Cañadas bildete sich dann später das heutige Gefüge des beeindruckenden Stratovulkans Teide – Pico Viejo. Dieser Stratovulkan und der Krater stellen die beiden Hauptstrukturen des Nationalparks dar. In den letzten Jahren vorgenommene Forschungen über den Untergrund der Insel und Studien des Meeresgrundes und submarinen Reliefs haben jedoch die Hypothese untermauert, die der Geologe und Geograph Telesforo Bravo, aus Teneriffa, bereits seit 1962 vorgebracht hatte: sowohl Las Cañadas del Teide wie auch die Täler von La Orotava und Güimar sind Senken, die infolge von durch die Gravitation bewirkte Abrutsche von über 100 Kubikkilometern eines Teils der Insel entstanden. Die vorgenommenen Datierungen geben an, dass die Episode des Tals von Güimar vor 0,8 Millionen Jahren stattfand, die des Orotavatals vor 0,5 Millionen Jahren und die von Las Cañadas vor 0,17 Millionen Jahren. Die teilweise Zerstörung des Gebäudes der Cañadas hatte ihre Ursache also in einem plötzlichen Gravitationsabrutsch eines Großteils dieses alten vulkanischen Gefüges in Richtung Inselnorden. Im Zuge dieses geologischen Ereignisses vor 170.000 Jahren verschwanden in kürzester Zeit mehr als 100 km3 der Inselgipfel Teneriffas. Diese Theorie eines riesigen Bergrutsches wurde 1995 untermauert, als man auf dem Meeresgrund im Norden Teneriffas enorme Mengen an abgelagerten Materialien fand, die von dem ursprünglichen Gebäude der Cañadas stammten. Die ersten, sich auf besagte Theorie beziehenden wissenschaftlichen Untersuchungen wurden von dem englischen Forschern Watts und Masson durchgeführt. Die spanische Forschergemeinschaft Teide Group konnte 1997 dann diese Erklärungen des Meeresgrundes von Nord-Teneriffa bestätigen und untersuchte auch die Südküste, wo man ebenfalls ähnliche Ablagerungen bezüglich des Tals von Güimar fand, die wie bei dem des Orotavatals analogen Ursprungs sind.

Roques de Garcia. Unter den Roques de García ragt der Roque Cinchado hervor. Von dem Aussichtspunkt, den es dort gibt, ist die eindrucksvolle Felsformation des Tals von Ucanca, der breitesten Cañada des Nationalparks, zu beobachten. Die wild zerklüftete Gestalt dieser Felsen hat ihren Ursprung in der unterschiedlichen Widerstandskraft der Materialien, aus denen sie sich zusammen setzen: Dämme und Fonolythnadeln mit großer mechanischer Widerstandkraft und hydrothermal veränderte Felsen, die leicht von den Kräften der Erosion (Wasser, Wind, Eis) abgebaut werden. Dicht dabei befinden sich der Nationale Parador für den Fremdenverkehr und eine weitere Formation, Los Azulejos, welche durch ihre grünliche, auf Eisenhydrate zurückzuführende Farbe, auffällt. Der letzte Ausbruch, der zu historischen Zeiten innerhalb der heutigen Grenzen des Parks stattgefunden hat, ereignete sich 1798 an den Hängen von Pico Viejo oder Chahorra, und dauerte drei Monate lang an. Das war die längste Eruption von allen, die in historischer Epoche auf Teneriffa zu verzeichnen waren: Die durch einen fast 1 km langen Erdriss ausgeströmte Lava bedeckte eine Fläche von 5 Quadratkilometern und stand kurz davor die Kraterwand der Las Cañadas bei Boca de Tauce, einem der niedrigsten Punkte des Kessels, zu überströmen.

Las Canadas. Zwischen der Basis des Stratovulkans und dem Fuß des Kraterkessels liegt ein weit ausgedehntes Feld historisch junger Ablagerungen von Lava und Pyroklastiten, die nicht nur vom Teide – Pico Viejo stammen, sondern auch von anderen Eruptionszentren des Gebietes. Das Gefüge wird durch endorreische Ebenen mit Sedimentmaterialien ergänzt, die sich an der gesamten Basis der Kesselwand entlang ziehen. Diese Ebenen besaßen in der Vergangenheit eine große Bedeutung, denn sie erleichterten den Durchzug der Viehherden inmitten eines wahren Meeres von Lava. Aus diesem Grund gab man ihnen den Namen "Cañada", Landenge oder Passweg, der bis heute gebräuchlich ist und sogar auf das gesamte Berggebiet der Inselmitte Teneriffas übertragen wurde, das als Las Cañadas del Teide bekannt ist. Innerhalb dieses weiten Gebietes des Kraterkessels entdeckt man die innere Struktur des alten vulkanischen Gebäudes der Cañadas, die aus der Aufschichtung von Ablagerungen bestehen und von einer 3 Millionen Jahre dauernden Geschichte von Eruptionen Zeugnis geben. Der Kessel von Las Cañadas ist einer der größten Krater auf der Welt. Er hat eine elliptische Form, wobei die große Achse 16 Kilometer misst, die kleinste 10, und der Umfang 45 Kilometer erreicht; was diesen letzten betrifft, so ist der heutzutage sichtbare Teil nur etwa 23 Kilometer lang, denn die Nordwand wurde von späteren Ausbrüchen verschüttet. Einige dieser Ausbrüche wiederum haben den Teide gebildet, dessen Lava bis zum Fuß des Abhangs gelangt, wie das auf dem Bild zu erkennen ist. Die Lava der einzelnen Ausbrüche füllte weite Flächen des alten Kessels mit verschiedenartigem vulkanischem Material auf, und so entstand eine überwältigende Landschaft, die einen recht chaotischen Aspekt bietet. All das führte dazu, dass man heutzutage Vulkane mit runder Form und, aufgrund der Anhäufung von Bimsstein, gelblichen sowie weißlichen Tönen, beobachten kann, wie im Fall von Montaña Blanca, aber auch Kegel mit einer nahezu perfekten Struktur aus Asche und Vulkansand dunkler Farben, die vom Rötlichen bis zum Schwarz reichen, Töne, die auf die unterschiedlichen Oxidationsvorgänge im Laufe der Zeit zurückzuführen sind, wie Montaña Mostaza. Hier und da haben die Lavaströme Schlackefelder gebildet, die "Malpaís", Ödland, genannt werden; manchmal sind sie nach unten hin oder auch in Form von Zungen auf andere ältere Vulkane geflossen, und manchmal sind sie in riesige Blocks zerfallen, wie das bei dem Valle de Las Piedras Arrancadas, in der Nähe von Montaña Rajada geschah, wo große Mengen von Obsidian, einem glänzenden, schwarzen, glasigen Vulkangestein, zu finden sind. Obsidian stellte für die Guanchen das wichtigste Material zur Herstellung von Steinwerkzeugen dar, unter anderem einer Art Messer mit scharfen Schneiden, das sie "Tabona" nannten.

Fauna. Wirbelfauna. Die Fauna der Wirbeltiere des Teide-Nationalparks ist sehr beschränkt und wenig aufsehenerregend. Die Gesamtzahl an Arten erreicht kaum dreißig Spezies, obwohl erwähnenswert ist, dass es sich bei mehreren von ihnen um kanarische Endemiten handelt, sei es als Spezies (3) oder als Subspezies (13).

Reptilien. Im Nationalpark sind drei endemische Reptilienarten heimisch, eine Eidechse, ein Gecko und ein Skink. Die Blaukehlige Eidechse (Gallotia galloti galloti) gilt als Wahrzeichen des Nationalparks. Die Männchen erreichen eine Länge von über 30 cm und schmücken sich mit einer auffallenden, violett-bläulichen Zeichnung zu beiden Seiten des Halses. Zahlreiche, im Nationalpark heimische wirbellose Tierarten sind Teil seiner Ernährung, während er selbst Nahrungsgrundlage vieler Vögel ist, die den Nationalpark überfliegen. Der Gecko (Tarentola delalandii) ist auf Teneriffa und La Palma endemisch. Er und der Kanaren-Skink (Chalcides viridanus viridanus) sind nur sehr selten im Nationalpark anzutreffen.

Vögel. Die Liste der im Nationalpark lebenden Vogelarten zählt zwanzig Spezies, obwohl nur die Hälfte von ihnen gewöhnlich im Park nisten. Die häufigsten unter ihnen sind:

  1. Der Teide-Blaufink (Fringilla teydea teydea) ist eine Finkenart, die vor allem in den Kiefernwäldern lebt, aber auch oft im Nationalpark zu beobachten ist, wo sie ein wahrhaftes Symbol seiner Vogelwelt darstellt. Die Männchen haben eine auffallende blaue, bleierne Färbung.
  2. Der Inselpieper (Anthus berthelotii berthelotii) ist die am häufigsten im Nationalpark anzutreffende Vogelart. Er bewegt sich vor allem auf der Erde und fliegt nur selten hoch auf Pflanzen.
  3. Der Kanarienvogel (Serinus canaria) ist ein Endemit der Kanaren, von Madeira und den Azoren. Man sieht ihn häufig im Gebiet von El Portillo. Sein harmonischer Gesang hat ihn zu einem der weltweit berühmtesten Singvögel gemacht.
  4. Der Turmfalke (Falco tinnunculus canariensis) ist der am häufigsten auf Teneriffa vorkommende Raubvogel.

Andere Spezies sind: Der Königswürger (Lanius excubitor); die Blaumeise (Parus caeruleus teneriffae); der Zilpzalp (Phylloscopus collybita); der Einfarbige Mauersegler (Apus unicolor unicolor); die Waldohreule (Asio otus canariensis); das Felsenhuhn und die Felsentaube.

Säugetiere. Die mit fünf Spezies vertretenen Fledermäuse sind die einzigen, im Nationalpark heimischen Säugetiere. Die Kanarische Langohrfledermaus (Plecotus teneriffae) ist ein kanarischer Endemit, während die Madeira-Zwergfledermaus (Pipistrellus maderensis) auf Madeira und den Kanaren zu Hause ist. Der Kleine Abendsegler (Nyctalus leisleri) ist die Spezies, die am häufigsten vorkommt. Alle übrigen Säugetierarten sind durch den Menschen im Nationalpark eingeführt worden: Mufflon, Kaninchen, Hausmaus, Ratte, Katze und Igel. Das Korsika-Mufflon (Ovis musimon) wurde 1970 zu Jagdzwecken auf der Insel eingeführt. Seine heutige Population im Nationalpark schätzt man auf 500 Exemplare.

Wirbellose Fauna. Im Gegensatz zur Armut der Wirbelfauna hebt sich der enorme Reichtum an wirbellosen Spezies, und innerhalb dieser Gruppe die Insekten, besonders heraus. Wir finden mehr als 700 Spezies, von denen es sich bei der Mehrheit um endemische Arten handelt, die von großem Interesse für die Wissenschaft sind. Die am besten vertretenen Gruppen sind Spinnen, Käfer, Zweiflügler, Schnabelkerfe und Hautflügler. Alle Gruppen weisen einen sehr großen Anteil von Endemiten auf, die insgesamt mehr als 40% der vorkommenden Arten überschreiten. 70 Spezies sind sogar ausschließlich nur im Nationalpark heimisch. Die üppige Blüte vieler Pflanzen des Nationalparks ziehen eine Vielzahl an Blüteninsekten an, unter denen sich zahlreiche Wanzen, Käfer, Schmetterlinge, Wespen, usw. befinden. Aber auch eine große Menge von Raub-Gliederfüßern, unter denen sich mehrere Spinnenarten befinden, finden sich ein. Eine der gewöhnlichsten Spezies während der Frühlings- und Sommermonate ist die Honigbiene (Apis mellifera), wenn die Bienenzüchter wegen der großen Qualität des Honigs der Ginsterblüten ihre Stände in das Gebiet von El Portillo bringen.

Flora. Die Pflanzenwelt im Nationalpark des Teide bietet erwähnenswerte Besonderheiten. Die dort wachsenden Arten sind vollkommen an die rauhen Gegebenheiten, wie Höhe, starke Sonneneinstrahlung, große Temperaturunterschiede und geringe Feuchtigkeit, angepaßt. Die Vegetation hat Schritt für Schritt diese Welt aus Lava kolonisiert, Sie hat in der äußerst dünnen, aber an Nährstoffen und Mineralien reichen Erdkruste Wurzeln geschlagen, wo sonst nur die Flechten den einzigen Vegetationsteppich von Nicht-Gefäß-Flora bilden, die die jungen Lavagesteine des Parks bedeckt. So besticht die Vielfalt an Pflanzenarten im Teide-Nationalpark durch ihren biologischen Reichtum. Der Park bietet zahlreichen lokalen, Insel- und regionalen Endemiten eine Heimat. Die Pflanzen haben im Laufe der Zeit einen Evolutionsprozess durchlaufen, bei dem sie besondere Eigenschaften angenommen haben, um die extrem rauhen Umweltgegebenheiten zu ertragen. Diese Anpassungen zeigen sich in kleinerem oder größerem Umfang bei der Mehrheit der vorkommenden Arten: halbkugelförmige Formen, Verminderung der Blattoberfläche, Ausbildung von Haar- oder Wachsbeschichtungen, vermehrte Ausbildung von Blüten, usw. Die Blütezeit ist am Ende des Frühlings oder Anfang des Sommers, in den Monaten Mai und Juni. Die Gefäßflora ist durch 168 katalogisierte Spezies von höheren Pflanzen vertreten, von denen 58 endemisch für die Kanarischen Inseln sind und 33 auf der Teneriffa, was bedeutet, dass es sich bei mehr als 50% der vorkommenden Arten um Endemiten handelt. 12 Spezies kommen sogar ausschließlich nur im Nationalpark selbst vor.

Pflanzengemeinschaften. Die in dieser Landschaft am häufigsten vorkommende Pflanzengemeinschaft ist die des Gipfelginsters, mit vor allem Exemplaren der Art des Teide-Ginsters. Die Wände des Kraterkessels sind Rückzugsgebiete verschiedener Dickblattgewächse der Gattung Aeonium, und in einigen Nischen wachsen Exemplare der Kanarischen Zeder (Juniperus cedrus) und der Kanarischen Kiefer (Pinus canariensis). Zu Füßen der steilen Berghänge finden wir geeignete Standorte für den Rotblühenden Natternkopf, während die Populationen des Stechenden Natternkopfes genauer zu lokalisieren sind, denn sie leben vorzugsweise auf Bimssteinböden. Das Teide-Veilchen (Viola cheirantifolia) kommt ausschließlich im Nationalpark vor. Gemeinsam mit dem Rotblühenden Natternkopf und dem Teide-Ginster bildet es das Trio der auffälligsten und besonderen Spezies des Nationalparks. In diesem so trockenen Landstrich gibt es jedoch auch einige wenige Quellen und Feuchtgebiete, wo Wasser liebende Arten gedeihen, wie zum Beispiel die aromatische Ross-Minze und Minze (Mentha longifolia) das Wasser-Arrhenaterum. Einige dieser Spezies sind exklusive Endemiten des Nationalparks, wo ihre Populationen kaum einhundert Exemplare zählen. So versucht man mittels der Gentechnik derzeit mehrere dieser bedrohten Arten vor dem Aussterben zu retten, wie zum Beispiel das Sonnenröschen (Helianthemum juliae), die Silberdistel (Stemmacantha cynaroides), das Edelweiß del Teide (Gnapalium teydeum) und die Kugelfrüchtige Bencomia (Bencomia exstipulata); Diese letzte gehört den Rosacea an und ist ein Endemit der Inseln Teneriffa und La Palma.

Kanarische Endemiten. Unter diesen Endemiten sind hervorzuheben:

  1. Teideginster (Spartocytisus supranubius). Diese Fabaceae ist die charakteristischste Pflanze im Park, und diejenige, die dort vorherrschend ist. Ihre weißen und rosafarbenen Blüten mit penetrantem, aromatischem Duft werden von zahlreichen Bienen heimgesucht, und so wird in den an den Park angrenzenden Zonen Honig hervorragender Qualität gewonnen.
  2. Teide-Lack (Erysimum scoparium). Mit weißen und violetten Blüten.
  3. Teide-Katzenminze (Nepeta teydea Var. teydea). Mit dunkelvioletten Blüten. Sie wurde in der Volksmedizin als Heilpflanze verwendet.
  4. Tolpis (Tolpis webbii). Sie hat gelbe Blüten und wächst auf altem Malpaís (wörtlich: schlechter Boden, Ödland).

Endemiten der Supramediterranen Höhenstufe. Unter den Endemiten dieses Bodens sind erwähnenswert:

  1. Rotblühender Natternkopf (Echium wildpretii). Diese Boraginaceae mit pyramidenförmig angeordnetem rotem Blütenstand kann bis zu 3 Metern hoch werden und ist aus diesem Grunde die auffälligste zur Blütezeit. Sie blüht nach zwei Jahren und ist eine Honigpflanze.
  2. Kanarenmargerite (Argyranthemum teneriffae). Mit weißen und gelben Blüten. Als Gebirgspflanze kann sie bis in Höhenstufen von um die 3600 m über dem Meeresspiegel vorkommen.
  3. Besenrauke (Descurainia bourgaeana). Ihr gelber Blütenstand bildet beim Trocknen erstaunliche strohfarbene Büsche.
  4. Behaarter Federkopf (Pterocephalus lasiospermus). Sie hat rosafarbene Blüten, und war wegen des Weidens der Tiere vom Aussterben bedroht, kommt aber inzwischen wieder sehr häufig vor.

Endemiten des Nationalparks. Einige der Endemiten, die ausschließlich im Nationalpark des Teide vorkommen, sind folgende:

  1. Teide Veilchen (Viola cheiranthyfolia). Diese Pflanze wurde von Alexander von Humboldt beschrieben; es handelt sich um die zarteste und anfälligste Art im Park. Sie wächst in den Höhen von Guajara und an den Hängen des Teide, bis fast zu seiner Spitze hinauf, und ihr kommt somit die Ehre zu, die Pflanze zu sein, die in den höchsten Lagen in ganz Spanien wächst.
  2. Zwerg-Teide-Natternkopf oder Stechender Natternkopf (Echium auberianium). Er ist nicht so groß wie der Rotblühende Natternkopf, und wächst nur in der östlichen Hälfte des Parks.
  3. Teide Katzenminze (Nepeta teydae Var. albiflora). Das ist eine Albino-Variante der Katzenminze.
  4. Edelweiß del Teide (Gnaphalium teydeum). Es ist eine der seltensten Arten des Nationalparks, wo sie auf einer Höhe von um die 3500 m über dem Meeresspiegel vorkommt.
  5. Silberdistel (Stemmacantha cynaroides). Diese Art ist immer noch vom Aussterben bedroht.
  6. Klebrige Drüsenfrucht (Adenocarpus viscosus Var. viscosus). Es ist eine Fabaceae mit gelben Blüten.