Viehzucht

Aus Teneriffa

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Einleitung

Die dem Technischen Dienst für Viehzucht und Fischfang, Servicio Técnico de Ganadería y Pesca, zugehörige Abteilung Viehwirtschaft ist für die Unterstützung, den Erhalt und die Entwicklung der Viehwirtschaftsbranche auf der Insel zuständig. Hierzu verfügt die Abteilung über eine Reihe von Infrastrukturen unterschiedlicher Art und eine Gruppe von Fachleuten, die auf verschiedene Subsektoren der Viehwirtschaft spezialisiert sind und für die Verbesserung der lokalen Produkte arbeiten, wobei sie den autochthonen Viehrassen eine besondere Aufmerksamkeit widmen, da diese Identitätszeichen des Archipels darstellen.


Aktionsszenarien:

Die Vielfalt der Viehzuchtproduktion auf Teneriffa hat die Abteilung Viehwirtschaft zu bedeutenden Anstrengungen gezwungen, um Sonderunterstützungsprogramme für die einzelnen Subsektoren zu entwickeln und auf den Weg zu bringen. Die wichtigsten Tätigkeitslinien sind:

  • Sonder-Territorialplan zur Ordnung der Viehwirtschaftsbranche auf Teneriffa.
  • Unterstützungsprogramm der nicht industriellen Käseherstellung auf Teneriffa.
  • Unterstützungsprogramm der Milchkuhproduktion (Programm Safeval).
  • Unterstützungsprogramm der Kanarischen Rinderrasse.
  • Schaffung des Kaninchenzuchtzentrums.
  • Programm zu Erhalt und Förderung des Kanarischen Schwarzschweins
  • Unterstützungsprogramm des Pferdebestandes auf Teneriffa

Mit Hilfe der gegenwärtigen und zukünftigen Arbeitslinien, sowie den ständigen Anstrengungen der Viehzüchter Teneriffas beabsichtigen wir, die Viehproduktion auf unserer Insel zu festigen und zu verbessern, indem wir eine nachhaltige Branche erreichen, die auf dem Markt wettbewerbsfähig ist.


Unterstützung der heimischen Viehwirtschaft

SAFEVAL: PERSÖNLICHER BERATUNGS- UND SCHULUNGSDIENST AUF MILCHKUH-BAUERNHÖFEN

Ziele des persönlich auf die Erfordernisse der Bauern Teneriffas, die dem Programm SAFEVAL angehören oder in Zukunft ihre Aufnahme in diesen beantragen, abgestimmten Plans sind die Beratung, Schulung und Aktualisierung der Milchproduktionsmethoden auf den Viehhöfen der Insel, wobei optimale sanitäre Verhältnisse, sowie eine optimale Produktion des Milchkuh-Subsektors auf Teneriffa angestrebt werden. Bei den monatlich stattfindenden Besuchen auf den Bauernhöfen werden den in das Programm eingetragenen Viehwirten ihren Erfordernissen gemäß Handhabungsrichtlinien vermittelt und Empfehlungen gegeben, die als Fundament für Entscheidungen zur Produktionsverbesserung dienen. Bei den monatlichen Besuchen werden den Bauern EDV-Listen mit in den folgenden 30 Tagen durchzuführenden Maßnahmen (Geburten, Trocknungen, Befruchtungen…) an die Hand gegeben und die Bauern können vor Ort den Fachleuten von Safeval von ihren Sorgen und Erfordernissen berichten.

Der Dienst ist freiwillig und kostenfrei.

KONTAKT: Telefon: 922 315 534, Móvil: 650 486 860;


Sektor Ziegen: Nicht industrielle Käseherstellung auf Teneriffa

Einführung:

Die nicht industrielle Käseherstellung hat auf den Kanaren eine bedeutende Rolle inne, da sie einerseits die Region Spaniens mit dem höchsten Pro-Kopf-Käseverbrauch sind, und andererseits die kanarischen Käsesorten eine herausragende Qualität besitzen, sowie innerhalb der heimischen Gastronomie kulturell tief verwurzelt sind. Auf den Kanaren gibt es eine Vielzahl von Käsespezialitäten, die sogar international hohe Anerkennung genießen. Zu diesen nicht industriellen Käsesorten gehört auch der hausgemachte Teneriffa-Käse, der sich durch besondere, traditionell tief verwurzelte Charakteristiken von anderen Produkten unterscheidet. Diesbezüglich gilt es vor allem darauf hinzuweisen, dass er aus roher Ziegenmilch auf dem Bauernhof selbst hergestellt wird, die Milch von Ziegen einer autochthonen Rasse stammt und seine Zusammensetzung 100% natürlich ist, da die einzigen Zutaten Milch, Salz und Labferment sind. Ein nicht industrieller Käse, der unter größten sanitären Anforderungen hergestellt wird. Im Verlauf der vergangenen Jahre haben die europäischen Anordnungen in Bezug auf die Lebensmittelhygiene zu einem progressiven, aber bedeutenden Umdenken hin zu einer integralen Kontrolle der Nahrungsmittel geführt, indem das Konzept „Vom Bauernhof auf den Tisch“ angewandt wird. Das bedeutet, dass die Nahrungsmittel heutzutage von ihrem Herkunftsort an, über alle Verarbeitungs-, Lager- und Transportwege hinweg bis zum Konsumenten einer ständigen Kontrolle unterliegen. Aus diesem Grund hat der Technische Dienst für Viehwirtschaft und Fischfang einen Beratungsdienst eingerichtet, mit dessen Hilfe die Käsehersteller Teneriffas heute die höchsten sanitären Auflagen und Anforderungen erfüllen. Das im Jahr 2004 begonnene Unterstützungsprogramm wird ständig weiter ausgebaut. Die gesamten Maßnahmen wurden in dem vom Technischen Dienst herausgegebenen Handbuch „Führer zur korrekten Hygienepraxis für die nicht industrielle Käseherstellung auf Teneriffa“ erfasst und sind die Grundlage für die fachmännische Beratung und Schulung der Käseproduzenten der Insel, damit diese bei allen Produktionsschritten der Käseherstellung regelmäßige Kontrollpraktiken durchführen. Diese reichen von der Pflege der Tiere und dem Melken bis zur Kommerzialisierung des fertigen Produktes. Zugehörig sind unter anderem auch unterschiedliche Laboruntersuchungen, die die Sicherheit und Qualität des Rohmaterials und des fertigen Produktes garantieren.

Die beschriebenen Zielsetzungen haben dank der großen Anstrengungen der Käsehersteller sehr frühzeitig Erfolg gehabt, wie es auch das Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht, Fischfang und Ernährung anerkannt hat, indem es dem Inselrat von Teneriffa bei seiner dritten Ausschreibung im Jahr 2007 den Preis „Generaldirektion für Viehzucht“ für seine geleistete Arbeit bei der „Anpassung der nicht industriellen Käseproduktion an die neuen europäischen Richtlinien als Anregung der ländlichen Entwicklung“ verliehen hat.

Kontakt:

Servicio Técnico de Ganadería y Pesca
(Technischer Dienst für Viehzucht und Fischfang)
Telefon: 922 264 751


Sektor Equine

Der Inselrat von Teneriffa, Cabildo de Tenerife, subventioniert die genetische Verbesserung der Pferdezucht. Nach dem Wegfall der Pferdezuchtsubventionen des spanischen Verteidigungsministeriums versucht die höchste Inselinstitution auf diese Weise, die Zucht von genetisch guten Fohlen zu fördern. Ziel der Beihilfen ist es, die Begattungskosten für die Besitzer von Stuten zu verbilligen. Der Inselrat subventioniert die Besteigungskosten auf der Grundlage von Festpreisen für die Deckhengste der jeweiligen Rassen zu 75%, und im Falle von Eselhengsten sogar zu 100%. Auf diese Weise müssen die Eigentümer der Stuten nur 25% der Besteigungskosten tragen, wenn es sich bei dem männlichen Tier um einen Zuchthengst handelt, und wenn es ein Eselshengst ist, ist stellt die Begattung sogar gar keine finanzielle Belastung dar. Die Begattungen können in der Zeit vom 1. Januar bis zum 31. August 2008 durchgeführt werden. Nachdem die Anträge eingegangen sind, werden Ultraschalluntersuchungen vorgenommen, um festzustellen, ob die Stuten/ Eselsstuten wirklich tragend sein, da nur in diesen Fällen finanzielle Beihilfen geleistet werden.

Kontakt:

Technischer Dienst für Viehwirtschaft und Fischfang
Telephon:  922 263 806


Sektor Schweinezucht

Einführung:

Bei dem Kanarischen Schwarzschwein handelt es sich um die einzige autochthone Schweinerasse des Archipels. Obwohl ihre Herkunft bis auf den heutigen Tagh umstritten ist, geht man davon aus, dass sie aus dem Mittelmeerraum stammt. Vor der Einführung anderer Schweinerassen auf den Archipel hatte das Kanarische Schwarzschwein innerhalb der Ökonomie der Familien eine bedeutende Rolle inne. Es diente in den ländlichen Gebieten u. a. als natürlicher „Recycler“ aller anfallenden Gartenbaureste, lieferte Serum für die Käseherstellung und hervorragendes Fleisch, das sich durch seine große Saftigkeit, Zartheit und Geschmack auszeichnet.

Lage der Arterhaltung des Kanarischen Schwarzschweins:

Die Arterhaltung des Kanarischen Schwarzschweins war über lange Zeit gefährdet. In den 80er Jahren offenbarten die Zählungen seiner Population auf den Kanaren eine für die Arterhaltung der Rasse sehr bedrohliche Situation. Dank der großen geleisteten Anstrengungen von Schweinezüchtern und verschiedenen öffentlichen Behörden gelang es aber, die Populationen wieder zu vergrößern. Heute ist die Rasse zwar immer noch in ihrer Art als gefährdet katalogisiert, man kann aber doch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Auf Teneriffa stellt die sich im Eigentum des Inselrates von Teneriffa befindliche Finca El Helecho die größte Schweinezuchtfarm der Insel dar. Mit dem Ziel, die arttypischen Merkmale der Rasse zu erhalten wird ein sorgfältig ausgearbeitetes Selektionsprogramm an den Tieren durchgeführt.

Die Zukunft des Kanarischen Schwarzschweins:

Zum Erhalt der Rasse hat die Abteilung Viehzucht ein Zessionsprogramm auf den Weg gebracht, bei dem die interessierten Züchter die Möglichkeit haben, mehrere ausgewählte Tiere zu bekommen, die sie als Zuchttiere für ihre Betriebe verwenden können. Unter dieser Voraussetzung hat man die folgenden Zielsetzungen im Auge:

- Die Erreichung einer optimalen Populationsstärke der Rasse.

- Die genealogische Kontrolle, um in einem großen Maße die Kreuzung mit anderen Schweinerassen zu vermeiden und so eine möglichst reine Rasse des Kanarischen Schwarzschweins zu erhalten.

- Die Unterstützung der Züchter bei der Aufzucht und Produktion mittels technischer und tierärztlicher Beratung.

- Die Unterstützung von Zusammenschlüssen der Züchter des Kanarischen Schwarzschweins.

Auf diesen Grundlagen wird es möglich sein, die idealen Konditionen herzustellen, damit das Kanarische Schwarzschwein innerhalb der Viehzucht auf der Insel erneut seine zentrale Rolle einnehmen kann, die ihm historisch gebührt, und damit die Konsumenten weiterhin ein hervorragendes Qualitätsprodukt genießen können, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

KONTAKT:

Technischer Dienst für Viehzucht und Fischfang
Telefon: 922 266 895


Das Kanarische Rind

Einführung:

Das Kanarische Rind, im Volksmund auf Teneriffa auch bekannt unter der Bezeichnung “Raza basta”, grobe Rasse, oder auf Gran Canaria als “criolla“ oder „del país”, Kreolenrind oder Landesrind, ist ein Tier von betonter Rohheit, sanftem Charakter und großer Langlebigkeit. Darüber hinaus ist es eine der wenigen Rinderrassen, die die drei Fähigkeiten als Milchgeber, Fleischlieferant und Arbeitstier vereinen. Diese Vielseitigkeit war der Grund dafür, dass die Rasse bis auf den heutigen Tag nicht ausgestorben ist. Ihre Fähigkeit als Zugtier stellt sich auch in den traditionellen Zugkraftwettbewerben, Concursos de Arrastre, unter Beweis, durch die die Rasse neues Prestige erhielt und ihrer kritischen Lage mit nur noch einem sehr kleinen Bestand entfliehen konnte.

Unterstützungslinien:

Innerhalb des Unterstützungsprogramms des Kanarischen Rindes hat die Abteilung für Viehwirtschaft zwei Arbeitslinien auf den Weg gebracht:

- Buch zur Abstammung des Kanarischen Rindes

Der Technische Dienst für Viehzucht und Fischfang arbeitet seit dem Jahr 2002 in Zusammenarbeit mit dem Spanischen Bund der Züchter des Kanarischen Rindes, Asociación Nacional de Criadores de la Raza Bovina Canaria, an der Redaktion eines Buches zur Abstammung des Kanarischen Rindes, indem er sowohl in Bezug auf die Feldstudien, wie auch auf die Einführung eines genetischen Verbesserungsprogrammes, das zur Zeit in Arbeit ist, wertvolle fachliche Beratung bietet.Darüber hinaus steht seit dem Jahr 2006 auch die Informatikanwendung „Führungssystem des Abstammungsbuches des Kanarischen Rindes, „Sistema de Gestión del Libro Genealógico de la Raza Bovina Canaria ver. 1.0.0”, zur elektronischen Verarbeitung der bei der Durchführung des Plans erhobenen Daten zur Verfügung.

Sie haben über die folgende Adresse Zugang zu dieser Anwendung: https://www.tenerife.es/RazaBovina/

Für den Zugang müssen Sie allerdings bei dem Spanischen Bund der Züchter des Kanarischen Rindes über die Rufnummer (922-264402) oder über ihre E-Mail, federaciondearrastrecanario@yahoo.esEin neues Fenster öffnen um ein Kennwort ersuchen.

- Arterhaltungsprogramm des Kleimplasmas von Rindern

Zugehörig dem Projekt zum Erhalt der autochthonen Rassen Teneriffas hat dieses Programm drei Hauptzielsetzungen:

  • Die Bewertung der Fortpflanzungskapazität der Zuchtbullen der Rasse der Kanarischen Rinder.
  • Die Ausstattung der Rinderzüchter mit dem erforderlichen Material zur Verminderung der Blutsverwandtschaft der Rinderpopulation mittels der Erarbeitung eines umfassenden Katalogs von Zuchttieren.
  • Die Schaffung einer Keimplasmabank zur Arterhaltung der Rasse.

Zur künstlichen Befruchtung werden zurzeit die Samenentnahmen von drei Zuchtbullen der Rasse verwendet. Um zu ihnen Zugang zu erhalten müssen Sie sich mit den auf Teneriffa tätigen Nutztier-Veterinären in Verbindung setzen.

Kontakttelefon:

Technischer Dienst für Viehzucht und Fischfang
Tel. 922 315 450